5 Fakten über die Thai-Kultur, die nicht jeder Tourist kennt / Teil 1

30.
Januar
2016

8 Kommentare

Bevor ich zwei Jahre in Chiang Mai lebte, hatte ich eine ganz andere Vorstellung von Thailand. Wenn man in Deutschland an Thailand denkt, denkt man an gemischte Ehen (dicker Rentner und junge Thai), traumhafte Strände, daran, dass die Thais immer lächeln und gutes Essen. So falsch ist das alles nicht und auch manche Klischees existieren zurecht. Dennoch ist Thailand noch so viel mehr!

Dehalb möchte ich dir heute einen kleinen Einblick in die richtige Thai-Kultur geben, die aber nicht jeder Tourist kennt. Oder kennenlernen darf. Damit bin ich schon beim ersten Punkt…

Immer unnahbar…

Meine Thai-Familie <3Thais können unnahbar sein. Es ist sehr schwer, Freundschaften oder Vertrauen zu knüpfen. Alle Beziehungen außerhalb der Familie dienen in Thailand einem Zweck: Business, Spaß… Enge Bindungen und Vertrauen, wie wir es von unseren deutschen Freundschaften kennen, finden in Thailand innerhalb der Familie statt. Also dauert es, bis man einen Thai wirklich seinen Freund nennen kann. Dann aber ist man quasi sofort im inner circle und wird als Teil der Familie gesehen. Du weißt dann, komme, was wolle, du kannst dich auf deinen Freund verlassen.

Immer freundlich…

Thais sind immer freundlich, weil sie ihr Gesicht wahren wollen. Gesichtsverlust ist schrecklich und kann sogar dazu führen, dass sich jemand umbringt.

Freundlichkeit und Sanftmut sind außerdem Haltungen und Einstellungen, die sich aus einem gelebten Buddhismus ergeben.

Ihre Freundlichkeit bedeutet also leider nicht, dass sie dich als Freund ansehen oder dir etwas Gutes tun wollen.

Mai pen rai!

Auch hinter dem typischen Mai pen rai, was sowviel bedeutet wie macht nix, kein Stress steckt viel mehr als nur eine gechillte Attitude: Es wird benutzt, um offene Konflikte zu vermeiden und damit den Gesichtsverlust zu verhindern.

Das bedeutet weder, dass Konflikte nicht existieren noch, dass sie nicht gelöst werden: Dazu braucht es jedoch eine ordentliche Portion Diplomatie! Keine der Konfliktparteien darf bloß gestellt P1030226werden!

Gleichzeitig muss man mai pen rai einfach lieben, denn es bedeutet auch, alle Fünfe mal grade sein zu lassen. Sich nicht zu stressen, sondern durch zu atmen. Pause zu machen. Was das betrifft, so könnte Deutschland auch ein bisschen davon vertragen!

Der Wai

DSC_0026Zur Begrüßung in Thailand gibt man sich nicht die Hände, nie! (Ich hab damit immer noch Probleme, so sehr hab ich mich an die Thai-Begrüßung gewöhnt!) Stattdessen faltet man die Hände zusammen, legt sie ca. in Brusthöhe an und deutet eine leichte Vorwärtsbeuge an. Diese Begrüßung heißt Wai. Er ist ein Zeichen des Respekts und hat viel mit dem sozialen Status zu tun.

Der Wai ist jedoch begleitet von speziellen Regeln:

  • Kellner und Verkäufer oder „anderes Personal“ waist du eigentlich nicht, da sie in der Hierarchie klar unter dir stehen.
  • Der Jüngere muss zuerst waien.
  • Du waist zur Begrüßung, zum Abschied, zur Entschuldigung, zum Zeichen des Respekts in einer heiligen Stätte, zum Beispiel in einem Tempel.
  • je höher der soziale Status deines Gegenübers, desto höher dein Wai: Einen Arzt begrüßt du z.B. mit einem Wai auf der Höhe deines Mundes, während er dich mit einem Wai auf Brusthöhe grüßt.
  • für einen Mönch ist der Wai nochmal anders – da musst du einem speziellen Ritual folgen, bei dem du dich auf den Boden legst.

Der König

Der aktuelle König, Rama IX, ist super beliebt in Thailand. Er hat viele notwendige Reformen in Gang gesetzt und sich sehr für die armen Bauern und bergvölker eingesetzt. Im Norden Thailands begegnest du öfter dem Schild „Royal Project“ – ein Agrarprojekt, das den Anbau von Opium verhindern sollte und auch erfolgreich verhindert.

Der König strahlt dir von Kalendern entgegen, von Geldscheinen und Münzen…

Da ihm höchster Respekt zu zollen ist, dürfen Kalender am Ende eines Jahres nicht weggeschmissen werden! Und, für dich als Thailand-Besucher besonders wichtig: Wenn dir ein Geldschein oder eine Münze davonfliegt, stehe NIEMALS mit dem Fuß drauf! Das besudelt das Ansehen des Königs, ist strafbar und moralisch verwerflich! NIEMALS mit dem Fuß den König berühren!

Mehr über den Fuß schreibe ich dann nächste Woche.

Wie fandest du diese Fakten? Konnte ich dir weiterhelfen?

Ich schwöre: Nichts Erfundenes dabei!

2012-07-28 15.57.04

 

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8 Kommentare

  • Jasmin says:

    Liebe Anne,
    das sind coole Fakten! Ich habe eine philippinische Freundin und sie ist tatsächlich die Ruhe selbst 😀
    Ich glaube, ich habe sie noch nie richtig in Stress erlebt. Sie schafft es sogar, wenn sie schon eine halbe Stunde zu spät ist, vorher noch zu essen, zu trinken und ihre Haare zu bürsten 🙂
    Aber sie ist so wie du sagst, einmal ins Herz geschlossen, immer in ihrem Herz.
    Viele liebe Grüße
    Jasmin

    • Anne says:

      Hallo Jasmin –
      stimmt, das mit dem Zuspätkommen, noch so ne Sache!
      Da hab ich mich voll angepasst… Die ersten Woche zurück in Deutschland bin ich erst zur Pilatesstunde losgefahren, wenn die schon angefangen hat – kam gar nicht gut an. Und in Thailand ist es auch üblich, so ne Stunde wieder früher zu verlassen, eben, wenn man keine Lust mehr hat. Sollte man in Deutschland auch nicht…
      (Ich hab grad von deinem Onlineshop gelesen, bin mega neugierig!)
      Grüßle, Anne

  • Johanna says:

    Hallo Anne,
    das ist ein sehr interessanter Artikel. Da ich noch nie in Thailand war, wusste ich so gut wie nichts über diese Fakten. Falls ich aber endlich mal nach Thailand komme, dann bin ich jetzt auf jeden Fall ein bisschen vorbereitet! 🙂
    LG
    Jo

  • Alice Wunder says:

    Der lustige Begrüßungstanz: Der Farang wait stümperhaft und der Thai streckt dabei zaghaft den Arm zum versuchten laschen Händedruck aus. Sanook!

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