5 Fakten über Thai-Kultur, die nicht jeder Tourist kennt / Teil 2

13.
Februar
2016

9 Kommentare

Bereits im ersten Teil habe ich dir fünf ungewöhnliche Fakten aus der Thai-Kultur zusammen gestellt, habe dir erklärt, dass Thais oft unnahbar wirken, aber immer freundlich sind, dass die Einstellung mai pen rai das Land prägt, dass man wait, statt die Hand zu geben und welche Rolle der König spielt.

2012-08-05 12.24.13Erinnerst du dich, dass man einen davonfliegenden Geldschein nie mit den Füßen aufhalten darf? Hoffentlich…! Das Ganze hat einen handfesten Grund:

Die Füße gelten als das schmutzigste, niedrigste Körperteil

In der Hierarchie deines Körpers stehen deine dreckigen, stinkenden Füße ganz unten auf der Liste.

Bei den Temperaturen, die in Thailand herrschen, bist du die meiste Zeit barfuß unterwegs, doch auch hier gilt es ganz dringend zu beachten:

Deine nackten Fußsohlen dürfen nie irgendwohin zeigen. Absoluter worst-case wäre, wenn deine nackten Fußsohlen im Tempel auf Buddha zeigten! Dies gilt als absolut respektlos. Deshalb muss du im Tempel immer mit den Füßen versteckt sitzen.

Bei Kindern darf man natürlich noch nachsichtiger sein.

Der Kopf gilt als höchstes Körperteil

Im Gegensatz zu den Füßen fast schon logisch. Das hat kuriose Folgen, beim Frisör beispielsweise. Normalerweise müsste sich der Frisör also bei dir entschuldigen, bevor er deinen Kopf anfasst. Natürlich ist den Thais klar, dass westliche Standards anders sind, deshalb werden sie das bei dir nicht tun. 2012-08-05 12.23.50

Einem Kind darfst du nicht über den Kopf streichen! Nie! Lass es einfach, okay? Aus Respekt.

Wenn du hingegen aufrecht an einer Reihe sitzender Menschen vorbeiläufst, solltest du den Kopf einziehen und dich etwas kleiner machen. Auch aus Respekt.

Winken

In Thailand wird auch anders gewunken: Die Handflächen zeigen nicht nach vorne, stattdessen dein Handrücken. Ebenso gilt es als respektlos, wenn du mit einem Finger auf jemanden zeigst, also lass es einfach 😉

Die Königshymne

Logisch, dass der König eine eigene Hymne hat, oder? Diese existiert zusätzlich/parallel zur Nationalhymne.

Kleiner Fun Fact nebenbei: Die Nationalhymne wurde vom Sohn eines deutschen Einwanderers geschrieben! Sie wird jeden Abend um 18:00 gespielt. Solltest du unterwegs sein und sie hören, musst du stehenbleiben, nicht mehr reden und der Hymne Respekt zollen.

Die Musik der Königshymne stammt hingegen aus der Feder eines russischen Komponisten, der Text von einem Prinzen namens Narisaranuvadtivongs, der ihn um 1913 rum verfasste. Rama IX revidierte ihn dann später ein bisschen.

Die Königshymne wird bei offiziellen Ereignissen gespielt, aber auch im Kino vor Beginn jedes Films. Dann musst du aufstehen! Du musst! Im April 2008 kam es zu einem Gerichtsverfahren, als ein Thai im Kino nicht aufstand.

Die Spitznamen

Dass man in Thailand an böse Geister glaubt, fällt vielen Besuchern sofort auf, denn die kleinen Geisterhäuschen fallen meist schnell ins Auge. Sie stehen vor Häusern, vorm 7-11 und überall, wo du dir vorstellen kannst. Davor steht eine geöffnete Flasche Cola, liegt etwas Obst… alles, um die Geister glücklich zu machen.

Denn auf keinen Fall sollen die bösen Geister gegen uns sein!

Für den Fall der Fälle wird aber vorgesorgt: Jedes Baby erhält direkt nach seiner Geburt einen Spitznamen.

Es hat also einen langen, komplizierten, thailändischen Namen, der vermutlich etwas sehr Schönes bedeutet. Dieser Name wird aber nie benutzt werden.

Stattdessen wird das Kind sein Leben lang bei seinem Spitznamen gerufen werden. So werden die bösen Geister verwirrt, schließlich können sie die Person mit Namen Jerapath (=kein Spitzname) nicht finden!

Die Spitznamen können alles sein und alles bedeuten. Oft werden sie mit etwas in Verbindung gebracht, das die Mutter während der Schwangerschaft erlebte. Vielleicht wird das Kind Kung (= Shrimp) genannt, weil die Mutter eine besondere Vorliebe für Schalentiere hatte? Manchmal beziehen sie sich auch auf das Wesen des Kindes. Mein besonders fröhlicher Thaibox-Lehrer hieß Nuk, Kurzform von Sanuk, was wiederum Spaß oder Vergnügen bedeutet.

Ich liebe die Sache mit den Spitznamen, süßer geht es doch gar nicht mehr 🙂

Was ist euer liebster Fakt? Was wusstet ihr? Womit konnte ich euch überraschen?

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9 Kommentare

  • Johanna says:

    Hallo Anne,
    sehr interessant. Das mit den Füßen wusste ich schon, alles andere war mal wieder neu für mich. Irgendwie kommt es mir jetzt schon fast ein bisschen kompliziert vor nach Thailand zu reisen, mit so vielen Dingen, die beachtet werden müssen. 😉

    • Anne says:

      Hallo Johanna,
      so weit ist es gekommen, dass ich dir Angst gemacht hab 😉 Keine Sorge: Einfach immer nett lächeln, höflich und zurückhaltend sein und sich an die Regeln halten, die dir der Anstand gebietet – schon bist du safe! Denk an das mai pen rai: Thais nehmen dir nix übel, sind sehr nachsichtig und verstehen, dass du ihre Sitten und Kultur nicht kennst 😉
      Ich war ja laaaaange dort – da muss man sich schon ganz anders anpassen, um zurecht zu kommen. Vielleicht kannst du dir vorstellen, wie es war, wieder in Deutschland zu sein?
      Schönen Sonntag! <3

      • Johanna says:

        Ja, falls ich endlich mal nach Thailand komme, dann wird das schon alles klappen. 😉
        Was hast du dort eigentlich zwei Jahre lang gemacht? Und seit wann bist du wieder zurück? Klar, wenn man einmal im Ausland gewohnt hat, dann ist es immer schwer sich wieder zu Hause (in Deutschland) einzuleben. Aber irgendwie ist es auch schön, wenn man sich dann an zwei verschiedenen Orten der Welt (oder mehr) zu Hause fühlt. 🙂

        • Anne says:

          Ich hab dort gearbeitet, als Gym-Lehrerin an der deutschen Schule in Chiang Mai (mein eigentlicher Beruf). Wir waren dort zwei Jahre und sind seit anderthalb wieder in Deutschland. Deshalb gibts bei uns auch immer asiatisches Essen.
          Irgendwie ist es schön, ja… Naja, wem erzähl ich das… kennst du ja auch!

  • liebe Anne,
    solche Reisefakten finde ich total spannend. zwar waren mir diese 5 Fakten bereits bekannt (sie ähneln sich in südostasiatischen Staaten doch sehr 😉 ), aber ich musste dennoch sehr über den kleinen Schrimp schmunzeln 😀

    liebste Grüße,
    <3 Tina
    https://liebewasist.wordpress.com/

    • Anne says:

      Hallo Tina,
      ja klar, Asien ist sich prinzipiell ähnlich. Auf deutsch hört sich der kleine Schrimp echt witzig an! Es gibt echt sooo viele Kinder (und Erwachsene!!!), die so heißen! Einer meiner Freunde heißt übrigens Baht – das wäre, als ob man dich D-Mark nennen würde…
      Herzliches Grüßle, Anne

  • Alice Wunder says:

    Ich dachte jetzt nicht, daß die Geister böse sind. Nur sehr mächtig und leicht beleidigt. Und leg Dich blos NIE mit Nakas an…

    • Anne says:

      Doch, generell werden sie für böse gehalten. Natürlich kann man sie bestechen (durch Geschenke) oder austricksen (Spitznamen), aber generell sollte man Angst vor ihnen haben. Hui, Nakas… nee hab ich nicht vor 😉 du?

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