Auf der Suche nach Gott mit Mike Engels E.D.E.N.

20.
März
2016

4 Kommentare

Dank Blogg dein Buch wurde ich auf ein Buch aufmerksam, das eine interessante Frage stellt: Gibt es Gott oder ist er eine Erfindung des Gehirns?

Auf die Suche nach der Antwort machen sich in dem Roman E.D.E.N. von Mike Engel drei Personen, die im Klappentext kurz umrissen werden:

„Ein Atheist sucht Wahrheit, eine Pianistin Liebe und ein Neurologe den Gottes-Algorithmus.“

Die meiner Meinung nach zentrale Figur ist Max Stoller, ein depressiver, versoffener Ingenieur, der einfach nur mega unglücklich mit allem ist und es irgendwie geschafft hat, den Selbstmord zu verpennen. Nun begegnet er der neuen Nachbarin, Anna. Zwischen den beiden ensteht sofort etwas. Überraschenderweise ist Anna aber mit Daniel verheiratet, die Pianistin also mit dem Neurologen.

Eine spannende Konstellation! Ich mag besonders, wie es dem Autor gelingt, die einzelnen Personen zu beschreiben. Anna beispielweise entspricht nicht der klassischen Schönheit, sie sieht eher aus wie eine kleine Tonne in alten Klamotten (zumindest in meinem Kopf wurde sie so). Dass Anna und Daniel verheiratet sind, hat mich wirklich total überrascht, weil ich diese Charaktere schon von Beginn an so unterschiedlich fand. Irgendwie war ich total erleichtert, als ich feststellte, dass es zwischen den beiden nicht mehr so läuft. Dazu verrate ich aber erstmal nicht mehr, das musst du dann schon selbst lesen!

Selbstmord-Stoller hat nach seiner Begegnung mit Anna so etwas wie eine Erscheinung, in Folge derer er sich für den Auserwählten hält und auf die Suche nach Antworten macht. Im Grunde hat er eine ähnliche Mission wie Daniel.

E.D.E.N.

Hui, es fällt mir echt schwer, dir nicht viel von der Geschichte zu erzählen und trotzdem über das Buch zu sprechen! Ich halte es nämlich für absolut lese- und empfehlenswert:

  • Es ist sehr vielschichtig, das fängt schon bei der Personenkonstellation an und setzt sich im Aufbau der Kapitel, übrigens kurz und prägnant, fort. Sie werden meist abwechselnd aus den drei unterschiedlichen Perspektiven erzählt.
  • Es ist sprachlich pointiert: Nicht zu viel, nicht zu wenig, präzise, dennoch poetisch. Hier muss ich dir doch einmal ein Beispiel geben:

„Die Idee elektrisierte sie. Anna trank die Tasse leer und zog sich an. Sie musste ihren Plan sofort in die Tat umsetzen, damit es keiner blieb.“

  • Es ist sehr gut und umfassend recherchiert. Sachliche Inhalte werden mit der fiktionalen Geschichte verwoben, immer wieder eingeflochten. Ist ja auch kein Wunder, Daniel ist Neurologe, die Leute sind auf der Suche nach Gott – klar, dass man sich hier bei anderen Inhalten sachlicher Natur bedienen muss. Auch Verweise auf die Bibel oder andere Religionen sind da – für mich eigentlich auch klar. Was wäre der Roman denn schon ohne? Eine langweilige, platte Geschichte über – naja, über was eigentlich? Liebe? Ich fand es so genau richtig. Und damit komme ich zum nächsten Punkt…
  • Es ist ein intelligentes Buch für Interessiert. Wenn du ein Buch einfach nur ohne groß nachzudenken runterlesen möchtest, dann ist es garantiert nichts für dich. Wenn für dich Romane aber auch das sind, was sie für mich sind, nämlich Gedankenanreger und Lehrer, dann ist dieses Buch für dich ebenso passend wie für mich.

Ohne zu viel zu verraten: Ja, es gibt auch einen richtigen Plot und eine sehr durchdachte Story-Line.

Hast du E.D.E.N. schon gelesen? Würdest du dich rantrauen oder bist du eher der Typ für leichte Lektüre? (Nicht abwertend, meine Krimisucht ist ja mittlerweile allgemein bekannt!)

Den Roman findet ihr übrigens über diese Website.

Zum Schluss noch ein paar Worte an den Autor:

Lieber Mike (oder lieber Herr Engel? Ich bleibe jetzt mal beim „Du“, hoffentlich sind Sie mir nicht böse!),

was ich dir persönlich noch sagen möchte: Ich finde es besonders beeindruckend, dass du deinen Roman selbst verlegst (wenn ich alles richtig verstanden habe). Das kostet bestimmt eine Menge Mut! Ich hab auch ganz großen Respekt davor, wie du es geschafft hast, eine solche Geschichte überhaupt zu schreiben, denn allein die Recherche muss dich so viel Zeit gekostet haben. Das schaffen die wenigsten!

Über die persönliche Widmung vorne in meiner Ausgabe hab ich mich sehr gefreut. Ich finde übrigens weder dass du den Klappentext ändern solltest noch dass der Sachbuch-Anteil zu hoch ist.

Wenn du dies liest, ich hätte große Lust, dich auszufragen, wie das beim Schreiben genau lief und wie lange du gebraucht hast und und und. Falls du Zeit hast, schreib mir gerne!

Liebe Grüße, Anne

 

Wenn Dir mein Text gefallen hat, teile ihn! Ein ganz liebes Danke und einen dicken Knuddler <3
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4 Kommentare

  • Heinz Peter says:

    Ich habe das Buch auch lesen dürfen. Eine tolle Rezension, zu einem wirklich gelungenem Buch =)

  • Isabell says:

    — [SPOILERALERT!!] — (Edit von Anne!)

    Anna ist doch nicht mit Daniel verheiratet, es sind Geschwister!

    • Anne says:

      Hallo Isabell,
      ich wollte, dass es in der Rezension genau so rüberkommt, wie ich es in den ersten Kapiteln empfunden habe. Für alles andere soll man selbst weiterlesen! Ich denke nämlich, dass die Darstellung von Anna und Daniel als altes Ehepaar, das nicht miteinander klarkommt und so einige Probleme hat, durchaus beabsichtigt war. Das Rätseln, welche Art von Beziehung die beiden haben, macht nämlich für mich einen großen Teil meiner Leseerfahrung mit E.D.E.N. aus. Und den Kniff, wie ihre Beziehung tatsächlich aussieht, wollte ich nicht spoilern. Du schon 😉
      Liebe Grüße, Anne

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