Blogparade: Krank auf Reisen

5.
März
2016

13 Kommentare

Johanna von Work’n’Travel hat zur Blogparade aufgerufen. Ich liiiebe ja bekanntlich ihren Blog, deshalb muss ich natürlich mitmachen!

Johanna selbst hat es übrigens in einem meiner Lieblingsländer erwischt, in Seoul, die Arme. Sie konnte Südkorea wohl nicht so genießen wie ich 🙁 Ihre ganze Geschichte findest du hier.

Natürlich war ich auch in Asien öfters mal krank. Aber in Thailand hab ich schließlich zwei Jahre gelebt, das zählt nicht wirklich als Reise, oder? Trotzdem ist es leicht, ein Thema zu finden, denn meine Biografie könnte heißen „In 80 Lebensmittelvergiftungen um die Welt“. (An dieser Stelle musst du schon anfangen, richtig Mitleid für mich zu empfinden.)

Argentinisches Drama

Ich war in Argentinien, die ersten zwei Wochen von vielen weiteren Backpackerwochen. Ohne argentinischen Kumpel war ich das erste Mal – endlich!!!! – alleine unterwegs zu den Wasserfällen von Iguazu. Naja, fast alleine, denn ich fuhr mit einer Reisegruppe im Bus mit.

Mein Spanisch, vor allem mein argentinisches Spanisch, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht so gut wie heute. Alonso sollte ich erst in Iguazu treffen. Meine Mitfahrer und ich sprachen also wenig. Auch in Iguazu hatten wir keinen Kontakt: Ich in der Backpackerunterkunft, die älteren Herrschaften im Hotel.

Am vorletzten Abend machte ich den Fehler, vom Barbecue-Buffet Tomaten zu nehmen. Rohe Tomaten. Leider habe ich eine irrsinnig große Schwäche für Tomaten, ich liiiiebe die Dinger einfach. Hätte ich besser lassen sollen. Schon am nächsten Tag fühlte ich mich mehr schlecht als recht, schlug mich aber wacker. Außerdem gab es ein paar Wasserfälle zu besichtigen! Ich war auch gut abgelenkt und dachte, ich hätte meinem Körper ein Schnippchen geschlagen.

Am Morgen der Abfahrt ging es mir wieder ein bisschen mieser. Kaum hatten wir das Städtchen Iguazu verlassen, musste ich dem Busfahrer zurufen, dass er anhalten soll. Zum Glück hatte sich mein Spanisch in den paar Tagen um mindestens 150% gesteigert 😉 Ab da hörte ich gar nicht mehr auf zu spucken. Aus einer ohnehin schon langen Busfahrt wurde eine Ewigkeit. Ständig mussten wir halten. Ich glaube, viele haben angefangen, mich zu hassen.

Bedauer mich!

Irgendwann war ich total erschöpft und hing als zitterndes Häufchen Elend in meinem Sitz. Meine Mitfahrer deckten mich mit ihren Jacken zu, konnten aber sonst nicht mehr viel machen. Alle angebotene Medizin hatte ich sofort wieder ausgespuckt.

Irgendwann machten wir einen geplanten Stop in einem Restaurant in der Pampa. Ich blieb zitternd im Bus liegen, weil ich überhaupt keine Kraft zum Aufstehen mehr hatte. Auf einmal war eine deutsche Stimme über mir… Fieberdelirium? Nee, Sohn eines deutschen Einwanderers, dem der Fahrer von meinem Elend erzählt hatte und zufällig Restaurantinhaber. Er flößte mir Orangenblütentee ein, das wirke Wunder.

Immerhin verschaffte mir der Tee ein bisschen Ruhe. Oder besser gesagt: Meinen Mitfahrern.

Ich hab keine Ahnung mehr, wie wir in Buenos Aires angekommen sind. Irgendwann bin ich vor lauter Erschöpfung einfach weggedämmert. Am Busbahnhof haben mich ein paar Leute aus dem Bus in ein Taxi gesetzt. Als ich endlich in der Wohnung meines Kumpels angekommen bin, bin ich auf die Couch gefallen und die nächsten 2 Tage nicht mehr aufgestanden.

Ich habe auf dieser Reise nie mehr Ungekochtes angefasst!

Naja, später konnte ich wieder essen. Und es schmeckte sogar, vor allem die Tacos!

Ich hoffe, jetzt hast du richtig Mitleid mit mir! Hast du doch, oder? Was war dein schlimmstes Erlebnis auf Reisen? Warst du auch schon krank?

Schau doch bei Johanna vorbei, da findest du noch mehr Geschichten!

Krank auf Reisen Iguazu

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13 Kommentare

  • Johanna says:

    Hallo Anne,
    vielen Dank für deine Geschichte zur Blogparade. Diese Busreise war bestimmt ganz schlimm und unangenehm! Es ist interessant zu lesen, dass dir ein Einheimischer mit einem Hausmittelchen geholfen hat. Das habe ich auch in anderen Beiträgen schon oft gelesen. 🙂
    LG Johanna

    • Anne says:

      Hihi,
      jetzt warst du schneller hier, als ich bei dir kommentieren konnte 😉 Das Dresden-Wochenende hat meinen Zeitplan etwas durcheinander geworfen…
      Hausmittelchen sind schon ziemlich interessant. Ich muss mich mal noch durch die anderen Beiträge klicken! Bin ja gespannt jetzt!

      Grüßle!

  • Jasmin says:

    Liebe Anne,
    oh, ich liebe Tomaten ja auch über alles! 🙂
    Aber das stimmt, man sollte im Urlaub wirklich die Hände von Ungekochtem lassen 🙁
    Als ich deine Geschichte gelesen habe, kam ich mir wie in meinem eigenen Film vor.
    Ich habe auch zweimal so eine ganz ähnliche Geschichte erlebt.
    Einmal auf einer Rundreise in Sri Lanka und einmal in Spanien.
    In Sri Lanka musste der Bus auch andauernd wegen mir anhalten und ich hatte auch ein total schlechtes Gewissen deswegen, mir ging es einfach miserabel.
    In Spanien verbrachte ich auch drei Tage im Bett und dachte, jetzt müsse ich sterben. Wenn ich aufstehen wollte, bin ich sofort zusammengesackt und mein Kreislauf kollabierte. Zum Glück hat sich meine Freundin damals liebreizend um mich gekümmert und war überhaupt nicht böse, dass sie drei Tage lang bei mir im Zimmer war und ein Buch gelesen hat.
    Nach den drei Tagen ging es mir auf einmal putzmunter und wie neugeboren. Mein Körper hatte die Vergiftung zum Glück überlebt 😀
    Viele liebe Grüße
    Jasmin

    • Johanna says:

      Hallo Jasmin,
      das hört sich ziemlich unangenehm an, aber mit so viel Erfahrung könntest du ja glatt auch bei meiner Blogparade mitmachen. 😉
      LG Jo

    • Anne says:

      Hallo Jasmin,
      das hört sich wirklich auch ziemlich fies an 🙁 Vor allem Sri Lanka! Bist du in Spanien nicht zum Arzt gegangen?
      Johanna hat recht, da könntest du echt auch noch mitmachen 😉
      Grüßle!

  • liebe Anne,
    krank auf Reisen zu sein ist wirklich was schlimmes! bisher wurde ich (klopf auf Holz) meistens verschont … hatte aber letztes Jahr in Nepal auf einem Trekking-Wochenende meine Begleitung, die Magen-Darm-Probleme wegen dreckigem Trinkwasser erlitt, pflegen müssen …

    die ersten Tage hier in Goa waren etwas von geschwollenen Ohrspeicheldrüsen wegen der ganzen Fliegerei geplagt, aber das ging schnell wieder 😉

    <3 Tina
    https://liebewasist.wordpress.com/

    • Anne says:

      Hallo Tina,
      ich drück die Daumen, dass es in Goa so bleibt 🙂
      Uiiii, dreckiges Trinkwasser – meine größte Angst! Deine arme Begleitung, hat sie sich denn bald wieder erholt?
      <3 Anne - liebes Grüßle nach Indien!

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