Der Zentaur und ich

15.
Dezember
2015

2 Kommentare

Ich will sein wie ihr ich will nicht sein wie ihr ich bin anders will anders sein.DSCN0622

Doch ich bin wie ihr.

Heute reiße ich alles nieder. Kein Gefängnis bleibt bestehen, keine Mauer bleibt stehen.

Lange habt ihr mich eingesperrt meine Gefühle hinter Glas.

Der ist anders, habt ihr gesagt.

Mein Herz schlägt mein Gehirn denkt meine Seele schmerzt.

Ich bin nicht anders doch ich bin es.

Damit jetzt genug. Meine Welt in Trümmern! In meiner Welt soll es das nicht geben!

Anders. Immer gebt ihr mir ein Etikett.

Warum?

Fühlt ihr euch jetzt besser?

Heute ist der letzte Tag.

Ich reiße sie ein meine Mauern aus Glas.

 

Der Text ist in Betrachtung dieses Bildes entstanden. Im Museum darf man nicht fotografieren, deshalb kann ich nur auf das Bild verlinken.

Seht ihr den Zentauren? Das Fabelwesen, halb Mensch, halb Tier? Mit den zwei Benzinkanistern in den Händen? Ihn habe ich sprechen lassen.

Okay, nochmal von vorn:

Ich habe schon einmal kurz erwähnt, dass ich dem Frieder-Burda-Museum in Baden-Baden einen sonntäglichen Besuch abgestattet hab. Gezeigt wurde und wird noch bis zum 24.01.2016 eine Ausstellung von Andreas Gursky.

Gursky ist ein renommierter deutscher Fotograf, der auch für seine riesigen Bilder bekannt ist.

Ich mag Fotografie und als mir dann ein Flyer in die Hände fiel „Kreativer Schreibworkshop im Rahmen der Andreas Gursky Ausstellung“ habe ich mich sofort angemeldet.

Aufgeregt kam ich also sonntags um zwei dort an – so stand es im Flyer und im Kalender. das mit dem Flyer behaupte ich zumindest steif und fest 😛 Tja, zu spät: Der Eintrag im Kalender war falsch und der Workshop war bereits um eins losgegangen. Da stand ich nun, maßlos enttäuscht. Hatte mich so gefreut!

Die nette Dame an der Kasse sprach dann mit der Workshopleiterin, die sich erbarmte, mir die Aufgaben erklärte und mich noch zur Gruppe stoßen ließ – ich hörte noch die Präsentation der Ergebnisse. Nun war ich schon in der Ausstellung und beschloss daher, die Runde zu drehen und vielleicht ein paar Textchen zu verfassen. Ein Ergebnis habt ihr jetzt gelesen.

Warum ich den Text jetzt veröffentliche?

Weil er wunderbar in meine kleine Reihe des Fremdseins passt. Ihr erinnert euch, dieser Text und dieser und dieser gehören bereits dazu.

Weil ich will, dass wir verstehen lernen. Dass wir zuhören und einander nicht verurteilen. Dass wir uns in die Haut derer versetzen, die fremd sind.

Oh, übrigens: Die Kommasetzung in meinem kreativen Text ist übrigens Absicht und genau so gewollt. Bestimmt ist euch in meinen ganzen anderen Texten schon meine hervorragende Fähigkeit zur korrekten Zeichensetzung aufgefallen 😉

Ihr könnt es probieren und die Kommas setzen, ihr werdet feststellen, dass dann ein ganz anderer Text entsteht.

Was mich brennend interessiert: Wie gefällt euch der Zentauren-Text? Wo könnt ihr euch kreativ so richtig austoben? Wart ihr auch schon bei solchen Workshops?

Lasst es mich in den Kommentaren wissen oder auch gerne auf Facebook!

 

 

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2 Kommentare

  • Ich habe ein Komma gefunden!!! Bin entsetzt. 😉
    Nette Idee, sich mit einem Bild auseinanderzusetzen, allerdings ist der Text schwer lesbar, so ganz ohne Punkt und Komma. Na, gut Punkte sind da.
    Das Bild scheint faszinierend zu sein. Bild im Bild im Bild. Leider ist es sehr klein, das muss man wohl direkt vor Ort sehen.
    In meiner Jugend habe ich an diversen Workshops teilgenommen. Je älter ich wurde, umso öder fand ich solche Veranstaltungen. Sicher waren es die falschen. 🙂

    Liebe Grüße, Claudia

    • Anne says:

      Hallo Claudia,
      ja, das Bild in echt ist auch richtig groß. Leider ist fotografieren absolut verboten. Wobei – was passiert wohl, wenn man es macht? Aus dem Museum rausgeschmissen?
      Stimmt, deshalb bin ich sonst auch so ein großer Kommafan 🙂 Macht das ganze einfacher…
      Dass ich noch viele von solchen Workshops brauche, bezweifle ich auch, aber verbunden mit ner netten Ausstellung…
      Danke für deine Rückmeldung 🙂

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