Eine gute Tat und ihre Folgen

25.
Februar
2019

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Neulich schlenderte ich nachmittags mit den Kiddies rum, genoss die Sonne, hörte meinem Eisbären beim Singen zu, fühlte mich wunderbar und genoss die Idylle.

Bis es auf einmal krachte und schepperte. Ein Autounfall! In der Spielstrasse!

Gesehen hatte ich wenig – vor allem, weil ich viel zu verträumt herum flaniert bin. Weil aber aus beiden Autos jeweils ältere Herrschaften stiegen, ging ich dazu und bot meine Hilfe an. Das war auch dringend nötig – beide der betagteren Fahrer waren völlig fertig mit den Nerven und hatten keine Ahnung, was sie jetzt tun sollten.

Als erstes setzte ich ein paar Anrufe ab und informierte auch die Angehörigen. Keinem war was passiert, denn zum Glück waren wir ja in einer Spielstraße und das Tempo war Schneckentempo gewesen. Immerhin.

(Wie dann überhaupt ein Unfall passieren kann? Vielleicht so schlafwandlerisch unterwegs wie ich?)

Beide hatten dann gleich tierisch Panik, ihren Führerschein zu verlieren und standen echt unter Schock. Ich versuchte zu beruhigen und hey, es war echt praktisch, Kinder dabei zu haben. Die lenken leicht ab! Und welche älteren Leutchen können schon süßen Kulleraugen widerstehen?

Als die Kinder der Unfallgegner eintrafen, gab ich ihnen meine Telefonnummer und verabschiedete mich.

Ein paar Tage später klingelte das Telefon. Einer der Unfallfahrer wollte sich noch einmal bedanken und uns eine Kleinigkeit vorbei bringen. Noch mal ein paar Tage später dann der zweite Fahrer. Beide kamen also zum Kaffee und Plaudern und ich erfuhr eine ganze Menge und durfte spannende Geschichten hören.

Diese zum Beispiel: Fahrer Nummer 1 wohnte nach ihrer Hochzeit in einer kleinen Wohnung ohne Bad und Toilette. Und trotzdem war diese Wohnung Luxus! Fahrer Nummer 2 erzählte, wie man früher, bevor es Pampers gab, gewickelt hat und gab mir jede Menge Inspiration für unser – ohnehin schon – windelfreies Leben.

Eine Woche später klingelte wieder das Telefon. Wieder einer der beiden. Dieses Mal wurde zuhause ausgemistet und sie wollte mir einen Stapel unbenutzter Handtücher vorbeibringen, weil: Kann man ja in einem Haushalt mit Kleinstkindern immer brauchen und sonst könnte ich ja was anderes daraus nähen.

Seitdem klingelte das Telefon ab und zu. Mittlerweile auch ganz ohne Grund. Und ich freue mich, zwei liebe Menschen kennen gelernt zu haben!

Übrigens: Den ersten Schock haben sie gut verdaut, keinem ist was passiert, sie haben sich friedlich geeinigt und alles ist gut.

 

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