Grundsatzentscheidungen eines Bloggers #1: Privatsphäre

29.
September
2016

14 Kommentare

In der letzten Zeit habe ich mir so einige Gedanken rund um meinen Blog gemacht. Anlass waren ganz viele verschiedene Gründe, darunter diverse Kooperationsanfragen, emails und auch die Aussicht, dass ich ja bald nicht mehr alleine bin. Was soll aus meinem Blog werden und wie soll es weitergehen, wenn das Baby einmal da ist?

Kein Mamablog

Schnell war mir klar: Ein Mamablog wird das hier nicht werden. Obwohl man als bald-Mama den Eindruck bekommen könnte, dass so eine Schwangerschaft dem heiligen Gral gleicht, bekommt man doch 200% mehr Aufmerksamkeit und Anfragen und und und.

Doch das ist es nicht, was ich hier will, worüber ich schreiben will.

Ich lese gerne Mamablogs, schon lange bevor sich das Eisbärbaby angekündigt hat. Einfach weil ich gerne lesen und lustige und nachdenkliche kleine Alltagsgeschichten mag, wie sie in diesen beiden Mamablogs oft Thema sind. Trotz allem möchte ich nicht selbst Verfasserin solcher Geschichten werden.

Was bleibt privat?

Warum ich nicht über das Leben meines Babies schreiben will, ist einfach zu beantworten – und dann doch wieder nicht. Denkt man weiter in diese Richtung, landet man schnell beim Thema Privatsphäre.

Um eine einfache Antwort zu geben, sage ich es mal so: Ich bin froh, dass meine Mama keine Bloggerin war und auch froh darüber, dass ich Aspekte und Geschichten aus meiner Kindheit nicht im Internet nachlesen kann. Ich weiß zwar nicht, wie mein Baby zu dieser Frage stehen wird und vielleicht wird es das auch ganz anders sehen.

Aber an diesem Punkt geht es mir darum, sein Leben, das Leben meines Mannes und auch meines nicht öffentlich zur Schau zur stellen. Zumindest den Punkt „Familienleben“. Ich will nicht darüber schreiben, was wann wie gefüttert wird, wie geschlafen wird, welche Erziehungstheorien ich für gut befinde, mit welchen Problemen wir kämpfen, während wir uns zu dritt zusammenrotten…

Dieser Blog bin ich, nicht meine zukünftige Familie. Ich werde weiter schreiben, wie ich das bisher getan habe und, so weit es mich betrifft, auch erzählen, wie es mir geht – wie ich das beispielsweise bisher in den beiden Schwangerschaftsupdates hier und hier getan hab.

grunsatzentscheidungen1

Aber du…

Genau, nun kann man mir berechtigterweise die Frage stellen: Warum liest du dann solche Blogs? Findest du das nicht unfair? Drüber schreiben willst du nicht, aber bei anderen spannen?

Ja, ist so, ich werde auch weiterhin andere Mamablogs lesen, so wie bisher auch. Genau so wie ich auch Modeblogs und Reiseblogs und und und lese. Weil ich gerne lese und weil ich Blogs mag. Dass ich nicht über mein Leben als Mama oder über unser Familienleben schreiben will, heißt nicht, dass ich das bei anderen verurteile oder nicht befürworte.

Andere Blogger treffen andere Entscheidungen als ich. Das ist auch gut so und vor allem: Das ist ihre Sache. Ich mag das bei mir anders halten, das heißt nicht, dass ich es bei anderen verwerflich finde oder sonst etwas. Im Gegenteil, das ist ja das tolle am Bloggen: Jeder kann machen, was er will und wie es ihm gefällt.

Hier im Badischen sagt man auch: Jedem Tierle sei Pläsierle. Oder, wie es Robbie Williams auf der Brust tättowiert hat: Chacun à son goût. Jeder eben, wie es ihm gefällt.

Deshalb wird es hier so laufen, wie es mir gefällt und wie ich mich dabei wohlfühle. Bei dir läuft es so, wie es dir gefällt. Ob ich lese oder nicht, kann immer noch ich selbst entschieden. Oder eben du, ob du hier lesen willst. Oder siehst du das anders?

Ich hab mir noch ein paar mehr Gedanken gemacht, deshalb wird es die Tage noch ein paar mehr Grundsatzentscheidungstexte geben.

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14 Kommentare

  • Johanna says:

    Hallo Anne,
    ich lese deinen Blog sehr gerne und ich bin total gespannt, worüber du in Zukunft so schreiben wirst. 🙂
    LG Johanna

    • Anne says:

      Hey Johanna,
      das freut mich ja schon zu hören 🙂 Ich bin auch gespannt, wo es so hingehen wird, mach mir ja schon einige Gedanken…
      Grüßle, Anne

  • Ivi says:

    Hallo Anne, das ist dein gutes Recht und das ist ja das tolle am Bloggen, man kann es so handhaben, wie man es gerne hätte, es gibt keine Regeln 😉 LG

    http://www.naomella.com

  • meine liebe Anne,
    ich finde du hast absolut das recht, für dich zu entscheiden, dass du hier auf deinem Blog eben nur einen bestimmten Teil von dir selbst presigibst – dieses Recht nehmen wir uns ja schließlich alles heraus. und das ist auch gut, denn so wird ein Blog schließlich auch individuell. schlafen, essen, auf’s Klo gehen machen wir alle, aber wäre ja auch langweilig, darüber zu schreiben 😉

    ich freue mich, wenn es hier immer wieder etwas interessantes zur und aus er Welt von dir zu lesen gibt. also gerne weiter so 🙂

    hab noch einen wunderschönen Sonntagabend und auch Feiertag,
    ❤ Tina
    https://liebewasist.wordpress.com/
    https://www.instagram.com/liebewasist/

    • Anne says:

      Hi Tina,
      danke 🙂 Ich denke, Interessantes zur und aus der Welt wird es auch weiterhin geben!
      Hast recht – nie wird alles erzählt und das muss ja auch gar nicht…
      <3 Anne

  • Jasmin says:

    Liebe Anne,
    ja, du machst das ganz richtig 🙂 Ich lasse mir auch von niemandem was einreden. Entweder die Leute mögen mich so wie ich bin oder eben nicht. Mir wurscht 😀
    Aber du hast recht, es ist echt ein sehr kompliziertes Thema. Obwohl ich noch keine Kinder habe, habe ich mich schon so oft gefragt, wie es eigentlich für meine Kinder sein wird, wenn Mami eine Blog-Queen ist 😀 Haha. Hmmm, ich glaube, ich würde es gaaar nicht toll finden. Oder vielleicht doch? Ich meine, ist das nicht eine total egoistische Einstellung von uns Kindern von den EWltern ein gewisses Rollenbild zu verlangen? Haben Eltern nicht auch ein Recht darauf, neben Eltern auch noch Frau und Mann zu sein und einfach die eigenen Hobbies auszuüben?
    Aber da hast du schon recht, sobald es um Infos um uns Kindern gibt, ist es vielleicht uns Kindern gegenüber nicht mehr fair. Es ist ja unser eigenes Leben und wir wollen vielleicht im Gegensatz zu Mama nicht im Rampenlicht stehen und lieber anonym bleiben.
    Ich sehe, das Thema ist verdammt kompliziert 😉
    Drück dich ganz arg liebe Anne :-*
    Jasmin

    • Anne says:

      Hallo Jasmin,
      ja, es ist wirklich ein kompliziertes Thema, eben auch, weil es zu jedem Standpunkt Pro- und Contraargumente gibt… Und jeder sieht es eben anders, was auch echt gut so ist!
      Doch, Eltern sollen definitiv noch das Recht haben, sie selbst zu bleiben! Vielleicht will ich auch deshalb nicht, dass das Thema „Kind/Familie“ den Blog beherrscht? Schließlich ist das hier mein Blog-Baby. Wenn dieser Raum hier auch noch vom Baby eingenommen werden würde, hätte ich dann überhaupt noch Freiraum? Dann wäre ja alles komplett nur noch Baby, oder?
      Schon wieder so kompliziert :/
      Liebste Grüßle <3

  • Christine says:

    Ich stehe solchen Blogs auch sehr skeptisch gegenüber. Nicht, dass einige nicht wirklich toll und schön gemacht wären! Aber letztlich finde ich es manchmal etwas schwierig, wenn man allzu viele Fotos vom Kind sieht… das hat ja immerhin noch überhaupt kein Mitspracherecht. Über Erfahrungen zu schreiben ist das eine, aber alles genau fotografisch festzuhalten und im Internet zu teilen? Das gefällt mir nicht so gern… gibt ja auch viele auf YouTube, die auf der Schiene anscheinend sehr erfolgreich fahren… Schwangerschaft scheint auf Instagram, auf Blogs oder YouTube wirklich toll zu funktionieren…

    Haha, nein! Der Freund hatte tatsächlich keine Probleme damit. Gut so!
    Dankeschön!

    Das kommt darauf an. Also Filme für analoge Kameras kriegt man ja noch, auch das entwickeln kostet nicht so viel (behaupten ja einige, aber zum Beispiel beim Müller kann man das echt günstig machen und kriegt gute Qualität).
    Verkaufen kann man so eine recht neue Canon wohl nicht so gut, dafür gibt’s noch viele. Aber wenn ihr Freude am analogen Fotografieren habt dann ist das ein tolles Ding! Hat auch einen ganz anderen Charme als immer nur alles digital festzuhalten…

  • Melia Beli says:

    Meiner Meinung nach bedarf es da gar keiner Diskussion oder Rechtfertigung, ob du Dinge aus deinem Privatleben teilen willst oder nicht – dieser Blog gehört zu 100% dir, es ist dein Werk und somit obliegt es ganz alleine dir, darüber zu entscheiden, was du niederschreibst! Ich habe noch nie daran gedacht, ob es unfair ist, etwas zu konsumieren, also gewisse Themen zu lesen, man aber selber dieses Sujet nicht auf seinem Blog erörtert. Im ersten Moment stutzte ich kurz, aber dann kam ganz schnell ein klares „Nein!“. Jeder gibt das preis, was er oder sie möchte und am Ende des Tages freut man sich, wenn Menschen sich für eben dies interessieren 🙂 Du machst das alles schon ganz richtig so!

    Allerliebst
    Melia Beli

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