Mein Bücherhalbjahr 2017 / Teil 1: Kinder- und Jugendbücher

30.
Juni
2017

9 Kommentare

2017 ist bisher das Jahr, in dem ich am wenigsten gelesen habe. Wo doch meine Superkraft das schnelle Lesen ist 😉 Aber klar, viel Zeit verbringe ich jetzt eben anders.

In meinem Bücherhalbjahr gibt es 2 große Blöcke: Die Bücher, die ich alleine lese. Und dann die, die wir abends lesen, wenn wir das Eisbärchen ins Bett bringen. Da bedienen wir uns an meinen alten Kinder- und Jugendbüchern. Weil ich dabei so viele Schätze wieder entdecke, möchte ich die auch zeigen und fange einfach mal damit an.

Dagmar Chidolue: Ponzl guckt schon wieder

Handelt von einer alleinerziehenden Mama und ihrer Tochter Laura, erzählt aus Lauras Sicht. Was perfekt gelungen und super goldig ist. Aufregend wird es, als eine kleine Schwester dazu kommt, die Mama aber alleinerziehend bleibt. Ohne jede Schön- oder Schwarzweißmalerei, ohne Moralpredigt, einfach nur schön und, wie ich finde, mitten aus dem Leben. Aus den Achtzigern und immer noch hochaktuell.

Lois Lowry: Die Anastasia-Serie

Lois Lowry kennen bestimmt viele als Autorin von „The Giver/Hüter der Erinnerung“ – ich hab niemals die beiden Autorinnen miteinander kombiniert, aber es handelt sich bei der Anastasia-Serie um genau die gleiche Schreiberin. The Giver hab ich zutiefst verabscheut, die Anastasia-Serie verschlungen!

Lustige, pointierte, zeitlose Geschichten um ein 10-13jähriges Mädchen in Cambridge, deren Vater als Professor in Harvard Literatur unterrichtet, deren Mutter Malerin ist und einen kleinen Bruder hat sie auch noch. Dam konnte schon mit 2 Jahren reden wie ein 5jähriger und wird im Kindergarten auch schon mal von kleinen Mädchen verprügelt. Sogar Herr Pralino liebt diese Bücher! Wir sind beim vierten in Folge und haben noch immer nicht genug. Warum wurde aus denen nie ein Film???

Als ich die Anastasia-Serie übrigens grad gegoogelt hab, ist mir aufgefallen, dass ich doch nicht alle habe, es sind nicht mal alle auf deutsch übersetzt 🙁 Nach Rücksprache mit meiner Buchhändlerin vor Ort hab ich 2 weitere Bände jetzt grade noch online bestellt, denn die gibts nur noch secondhand.

Moni träumt vom großen Glück

Die Autorin spielt glaub ich keine große Rolle… ich weiß ihren Namen grad einfach nicht… Uralt-Buch, das ich selbst von Mama Wasabi geerbt hab. Die 17jährige Moni spart auf ihren Führerschein, am Ende – Achtung, SPOILER! – gibt sie das ganze gesparte Geld ihrem Verlobten Marc, den sie sich innerhalb dieses Spar-Jahres angelacht hat. Beide haben „es nie leicht gehabt“, denn Marc ist ein Kriegswaise und Monis Vater ist auch früh gestorben. Netter Einblick in die moralischen 50er, für uns einfach lustig.

Enid Blyton: Hanni und Nanni sind immer dagegen

Hanni und Nanni – wer kennt sie nicht? Als Kind habe ich die gesamte Reihe verschlungen. Während ich Ponzl guckt schon wieder früher gehasst hab und jetzt liebe, so war es bei Hanni und Nanni umgekehrt. Ich fand die jetzt richtig langweilig und blöd. Dauer-moralisierend. Sogar die klauende Kathrin klaut nur, weil sie jemandem eine Freude machen möchte und von ihrer Tante einfach nicht genug Taschengeld bekommt. Vorhersehbar.

Da frag ich mich: Warum wurde aus Hanni und Nanni ein Film? Ist dieses Internatsthema nicht total out?

Wie hältst du es mit deinen „alten“ Büchern? Hast du sie vielleicht auch mal wieder gelesen und wurdest überrascht?

Die Grafik hab ich vor ner ganzne Weile mal für den Blog gemacht und finde sie immer noch viel zu schön, um sie einfach nie mehr zu zeigen 🙂

Wenn Dir mein Text gefallen hat, teile ihn! Ein ganz liebes Danke und einen dicken Knuddler <3

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9 Kommentare

  • Johanna says:

    Hallo Anne,
    ich habe kein einziges der Bücher gelesen, die du vorgestellt hast. Ich habe mal versucht ein Hanni und Nanni Buch zu lesen, fand es aber voll langweilig und habe sofort wieder damit aufgehört. Diesen Versucht hatte ich übrigens gestartet, weil ich als Kind ein großer Enid Blyton Fan war und schon (fast) alle anderen Bücher von ihr gelesen hatte. Mit den Abenteuer-Büchern hatte ich angefangen. Der erste Band der Reihe war das allererste Buch das ich selber von vorne bis hinten durchgelesen habe. Danach gab es kein Halten mehr und ich habe alle anderen Abenteuer-Bücher durchgelesen. Im Anschluss ging es dann gleich mit den Rätsel-, Geheimnis- und Fünf Freunde-Büchern weiter.
    Ich sollte die Bücher mal wieder lesen und gucken, ob sie mir immer noch so sehr gefallen. Aber vielleicht bin ich dann plötzlich enttäuscht von ihnen und habe nicht mehr so schöne Erinnerungen daran.
    Übrigens: Weil ich die Bücher von Enid Blyton so toll fand, wollte ich als Kind unbedingt Schriftstellerin werden und auch so spannende Abenteuer-Bücher schreiben… 😉
    LG Johanna
    PS: Die Grafik ist super! In Madrid in der Metro haben fast alle Leute immer dicke Bücher gelesen. In einigen Metrostationen gab es sogar Büchereien, damit man sich unterwegs immer mit Lesematerial versorgen konnte. Die haben „Bibliometro“ geheißen. Wie Bibliothek und Metro in einem Wort. 🙂

    • Anne says:

      Heyhey,
      Jetzt fand ich Hanni und Nanni ja auch SO doof… aber ich hab die früher geliebt! Die Abenteuer-, Rätsel- und Geheimnisbücher übrigens auch. Die sind leider bei nem Wasserschaden draufgegangen 🙁 Und Fünf Freunde – groooße Liebe, ich hör sogar immer noch liebend gerne die Kasetten. Der einzige Grund, warum ich immer noch ein Kasettendeck brauche! (Naja, und Pumuckl-Kasetten.) Enid Blyton find ich auch aus heutiger Perpsektive immer noch toll, ich hab auch ihre Zauberbaum-Reihe, die lesen wir, wenn Anastasia durch ist.
      Bestimmt wirst du noch eine Schriftstellerin! Ich glaub fest daran!
      Madird wird mir immer sympathischer…
      Schönen Sonntag und liebe Grüße!

  • Laura says:

    hey meine liebe, wow tollle Inspirationen die du uns aufgelistet hast. Ich freue mich auf weitere, was ist denn dein absolutes lieblings Buch?
    Ich grüße Dich von den Philippinen und freue mich wieder auf deine Worte. Ich arbeite gerade als Sozialarbeiter mit Straßen Kids zusammen, hast du schon solche Erfahrungen gemacht?
    Eine dicke Umarmung, Laura.

    • Anne says:

      Hallo Laura!
      So ne schwere Frage, zu viele gute Bücher 🙂 Aber all-time-favourites bleiben Josy sucht Josy (auch n Jugendbuch), Cold water von Gwendoline Riley und Just Kids von Patti Smith. Was ist dein Lieblingsbuch, kannst du eins nennen?
      Hatte in La Paz etwas mit Straßenkids zu tun, da gibt es eine Stiftung, die heimatlose Kinder aufnimmt, die Fundacion Arco Iris. Aber nicht so wie du jetzt, denke ich mal! Bin ja gespannt, was du davon berichtest!
      Grüße auf die Phillies, pass auf dich auf! Anne

  • Bene says:

    Total überraschenderweise hab ich keines dieser Bücher jemals in Händen gehalten…
    Hab aber interessehalber nachgesehen: Die Autorin von „Moni etc.“ heißt Berte Bratt und meine Hoffnung, dass es sich dabei um ein Pseudonym handelt, hat sich zum Glück bestätigt. Dahinter steckt die im übrigen eminent erfolgreiche Norwegerin Annik Saxegaard.Wieder was gelernt für das nächste Partygespräch.
    Bin gespannt auf den zweiten Teil.

    • Anne says:

      Wieso benutzt man Pseudonym, wenn sowieso klar ist, wer das ist? Was hat Annik Saxegaard denn sonst gemacht?

      • Bene says:

        Naja, das wird sich erst im Nachhinein herausgestellt haben („WAS!? Der Hans heißt eigentlich Tina?“), seltsamer ist vielmehr a) warum dieses doch sehr häßliche, im Englischen nicht benutzbare Pseudonym gewählt wurde und b) warum überhaupt? Sie hat nämlich eigentlich nichts anderes gemacht als Kinder- und Jugendbücher geschrieben und zwar sehr, sehr viele, darunter auch auf Deutsch (sie ist dorthin gezogen) unter deutschem Pseudonym, z.B. „Nina Nord“ (das find ich fast schon wieder witzig!). Vielleicht hatte sie einen strengen Ehemann, der ihr das Veröffentlichen nicht erlaubt hat, werden wir es je erfahren? Vielleicht demnächst in dem Bestseller: „Das geheimnisvolle Schreiben der Ulla Scherenhof alias Nina Nord alias Berte Bratt alias Cara Mell (!!!) alias Eddie Eng also known as Annik Saxegaard.“

        • Anne says:

          Darf ich mir Pseudonyme für dich überlegen? Zu schade, dass Paulchen Panther schon vergeben ist! Monis großes Glück ist jetzt im übrigen kein Buch, das man vor einem strengen Ehemann verheimlichen müsste, im Gegenteil, es dürfte ihm gefallen!

          • Bene says:

            Wahrscheinlich hat überhaupt der Mann die Bücher geschrieben, aber sich geschämt und darum seine Frau gebeten, die Schinken zu veröffentlichen und die wiederum wollte es auch nicht unter ihrem echten Namen im Laden sehen und so kam es zu dieser unendlichen Verwirrung.
            Wer sagt Dir denn, dass ich noch kein Pseudonym habe…? Aber falls Dir ebensolche Knüller wie „Nina Nord“ oder „Cara Mell“ einfallen, nur her damit!

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