Sashimi in Südkorea

30.
November
2015

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Manches Essen ist untrennbar mit den Orten verbunden, an denen man es gegessen hat. Seltsamerweise wird es nirgendwo anders genau so schmecken, auch wenn man sich beim Nachkochen noch so sehr an das Originalrezept hält.

Eigentlich ein seltsames Phänomen.

Aber essen ist eben doch viel mehr als einfach nur essen: Essen heißt Stimmungen, Gefühle, Umgebungen und Menschen.

Ich esse überall gern und ich esse überall gut. Klick um zu Tweeten

Im Prinzip schrecke ich erstmal vor nix zurück und probiere alles.

Dieses „ich probiere alles“ hat vor allem in Südkorea zu witzigen Situatiuonen geführt, von denen ich euch heute im Rahmen von Jessicas Blogparade von Yummy Travel ein erzählen möchte.

Unsere erste Station in Südkorea war das wunderbare Busan. Eine fabelhafte Stadt, in der ich Wochen hätte verbringen können und in die ich unbedingt noch einmal zurück will. Aber darum gehts ja gerade nicht…

Auf den Rat meiner koreanischen Freundin Jiwon besuchten wir eines Morgens den Jigalchi Fischmarkt. Eigentlich war ich an Märkten schon übersättigt, denn wenn man in Thailand lebt, wird der Besuch exotischer Märkte Routine. Doch zum Glück haben wir trotzdem auf Jiwon gehört!

Der Jigalchi Fischmarkt ist mit der einzigartigste Markt, den ich je besucht habe. Hier nur ein paar Impressionen:

Jagalchi Fischmarkt

Rund um den Markt befinden sich jede Menge Fischrestaurants, die frischen Fisch servieren. Klar, Herr Pralino und ich kehrten ein! Besonders exotisch sollte es sein!

Was haben wir noch nie gegessen? P1050556

Tintenfisch. Also bestellten wir mit Händen und Füßen – denn Koreaner sprechen kein Englisch und auch die Karte war nur auf koreanisch – Octopus. Neben entsetzten Blicken und offenen Mündern wurde uns wiederholt der Ausdruck „Sashimi, Sashimi“ entgegen geworfen. Also nickten wir, klar, Sashimi!

Wir wurden nach draußen gebeten, irgendwie wurde uns verständlich gemacht, dass wir aus den Aquarien einen Octopus aussuchen sollen. Leute, ich weiß, grausam – aber die Realität ist: Vegan gibts in Asien nur für westliche Touristen. Wenn überhaupt. Und in Korea gibts noch nicht mal vegetarisch.

Wir wählten also aus. Herr Pralino hatte das Viehch sogar auch in der Hand. Ich machte vor allem große Augen und platzte bald vor Spannung.

Wir waren noch dabei, uns an dem kleinen Tischchen einzurichten, denn in Korea sitzt man zum Essen auf dem Boden. Für „große“ Europäer nicht immer so bequem. P1050558

Schon stand es vor uns, unser Octopus-Sashimi.

Aha. Deshalb die entsetzten Blicke und die offenen Münder! Octopus-Sashimi war definitiv nix für europäische Gaumen.

Vor uns auf dem Teller bewegten sich die Arme des Tintenfischs. In kleine Stückchen geschnitten, aber noch quicklebendig. Manche „fielen“ fast vom Teller runter.

Ich begann hysterisch zu lachen. Herrn Pralino hatte es die Sprache verschlagen. Beobachtet wurden wir die ganze Zeit vom fünfköpfigen Team des Restaurants.

Herr Pralino wagte es. Er aß eines der zappelnden Stückchen. Es schmeckte nach Gummi, aber die Sauce drumrum war lecker.

Nee. Das. Ging. Gar. Nicht.

Wir überwanden also unseren Stolz und winkten den Koch ran. Ob er uns das braten könnte?

Das fand er, seinem Gesichtsausdruck nach zu urteilen, mindestens genau so schrecklich wie die Vorstellung, dass Europäer Octopus-Sashimi essen, aber gemacht hat er es.

Die Sauce war nach wie vor fantastisch, die Octopus-Stückchen schmeckten nach wie vor ein bisschen nach Gummi.

In der Nacht träumte ich davon, einen Bruder namens Anda Octopus zu haben.

Warum ich also im Rahmen dieser Blogparade gerade diese Geschichte erzähle? Ein größeres kulinarisches Erlebnis hatte ich bisher noch nie.

P1050566

Und ihr? Was war euer größtes kulinarisches Erlebnis???

Jessica Reiseblog ist übrigens absolut einen Klick wert! Ihr findet sie hier: www.yummytravel.de

 

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