Mit den falschen Klamotten unterwegs.

29.
Juni
2016

6 Kommentare

Johannas Artikel Wie wird das Wetter am Reiseziel? hat mich dazu inspiriert, von meiner einzigen Reise zu erzählen, bei der ich klamottentechnisch so danebenlang, wie man schiefer nicht liegen kann.

Im April 2014 machten wir uns zu einer fast vierwöchigen Reise nach Hongkong und Südkorea auf, Startpunkt war Chiang Mai. Chiang Mai im April, das heißt: Heiße Zeit, Temperaturen nicht unter 40 Grad. Natürlich hatten wir uns vorher über das Wetter in HK und Südkorea informiert, waren aber der Meinung, dass frühlingshafte 20 Grad super angenehm sein würden und eine nette Abwechslung. Und vor allem: 20 Grad sind ja immer noch Sommer!

Schon auf dem Flug nach Hongkong zeigte sich, dass das Wetter verrückt spielte, wir hatten schreckliche Turbulenzen, durften den ganzen Flug über nicht aufstehen und die mutigen Stewards, die es wagten, flogen durch die Kabine. Bist du schon mal in einem von Turbulenzen geplagten Flugzeug voller reisewütiger Chinesen gegessen? Wenn ja, dann weißt du, dass es irgendwie lustig ist, denn die Chinesen lassen nichts unkommentiert und so folgte auf jedes Ruckeln, jeden Sturz oder jeden Versuch eines Mitreisenden, aufzustehen oder zu essen eine langgezogenes, bewunderndes aaaaaahhh, ein erschrockenes oooohhh oder ein angsterfülltest, schnelles hhhhhh.

Bei strömendem Regen kamen wir in Macau an. Zum Glück hatte ich meine Nikes an und sogar lange Hosen. Keine Jacke weit und breit, außer einer rosa Kapuzenpulliweste, die ich seit gefühlt hundert Jahren hatte. Herr Pralino war auch nicht besser ausgestattet, aber was solls. Im 7/11 kauften wir Plastikcapes und am nächsten Tag auf dem Markt für mich ein Cape mit Pünktchen. 20 Grad im Regen waren alles andere als Sommer und ich fror ziemlich.

Hochzeitskleid und Nikes passen schon irgendwie zusammen, oder? Abends im Kowloon Park <3

Der Haken an der ganzen Hongkong-Wetter-Lage: Wir waren auch dort, um zu heiraten. Mein traumhaftes, geliebtes Hochzeitskleid hatte ich in CM gekauft, dazu passende kleine Sandalen. Es war ja immer so heiß! Nun war es das in Hongkong nicht: Ich musste also eine Strumpfhose tragen, die zum Glück meine Schwester im Gepäck hatte. Bis auf die eigentliche Trauung im Standesamt konnte ich auch meine schicken Sandalen nicht tragen, denn draußen war es nass. Auf den meisten Hochzeitsfotos trage ich also mein traumhaftes Kleid mit meinen blauen Nikes. Auch beim  schicken Abendessen bin ich dann schon nicht mehr so schick, da es abends recht frisch war, musste meine hundert Jahre alte rosa Jacke herhalten…

In den ganzen Tagen in Hongkong wechselte das Wetter ständig zwischen Regen und kurze-Zeit-mal-kein-Regen. Wirklich warm war es nie – zumindest für uns Thai-Akklimatisierte! Puuh, wir waren also erleichtert, das kalte Hongkong zu verlassen!

… wieder falsch gerechnet. In Südkorea regnete es zwar nicht, war aber noch kälter. Früher Frühling in Deutschland eben. Keine 20 Grad, aber endlich kein Regen mehr und sogar Sonnenschein. In Busan am Meer wehte immer eine steife Brise, es war also sonnig, aber frisch.

Dick eingepackt in Hongkong und Seoul

Dick eingepackt in Hongkongs höchster Skybar – juhu, ein Tag ohne Regen und mit leckerem Cocktail!, das Beweisfoto für das miese Wetter und noch dicker eingepackt Sightseeing in Seoul. Aber verdammt gut drauf!

Wir dachten positiv: Gab es eine bessere Ausrede, um die koreanischen Läden zu stürmen? Wir brauchten schließlich warme Klamotten! Und Socken! Und ein kleines Jäckchen! Und ganz ehrlich: Ich war nie in einem Land, in dem Shoppen mehr Spaß gemacht hat – die USA mit eingeschlossen! Auch Herr Pralino kam voll auf seine Kosten. Wer also einen Mann hat, der Shopping hast, fliegt nach Südkorea und bekehrt ihn!

(Wie wir das Shopping-Äquivalent dann wieder nach Hause brachten, war ein ganz anderes Problem 😉 )

Wir legten uns also Pullis zu und Jacken und Socken, kleideten uns im Lagenlook, so dass wir notfalls für Hitze bereit waren. Davor hätten wir uns nicht fürchten müssen 😉 Krank wurden wir aber nicht und die Korea-Klamotten liebe ich noch immer heiß und innig <3

Naja, kannst du dir vorstellen, was es für ein Klimaschock war, wieder zurück „nach Hause“ zu kommen? Und in CM auf einmal die geliebten Korea-Klamotten in die hinterste Ecke des Schrankes verbannen zu müssen?

Hast du auch so eine Geschichte und mal komplett falsch gepackt? Wie verliefen deine Ferien dann? 

Untitled design

Die süßen Kleinen in Seoul fanden es nicht annährend so kalt wie wir.

 

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6 Kommentare

  • Johanna says:

    Aaaaahhhhhhhhaha, ich liebe deine Geschichte!!! 😀
    Ich werde sie gleich mal verlinken. 🙂
    Vielleicht war es zwar in dem Moment, als ihr in HK und Südkorea wart nicht so lustig, vor allem auch, weil du bei deiner Hochzeit die schönen Sandalen nicht anziehen konntest, aber im Nachhinein sind das doch bestimmt trotzem voll die schönen Erinnerungen, über die man hinterher auch gemeinsam lachen kann. 🙂 Und hier im Blog mit anderen Leuten teilen kann… 🙂
    Bei meiner Hochzeit war das Wetter übrigens auch nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ich wollte eigentlich draußen feiern, aber das ging nicht und für die Hochzeitsfotos habe ich mir immer meine (Regen-)Jacke ausgezogen… 😉
    LG Johanna

    • Anne says:

      Daaaanke 🙂 Stimmt – ich find das JETZT wirklich super lustig! In HK selbst hatte ich eher das Gefühl, dass alles schief geht, vor allem, weil ich auch einen Tag vor der Hochzeit von chinesischem Essen geplagt wurde.
      Hochzeitsoutfit und Regenjacke ist auch gut 🙂 Aber man hat dann wirklich ganz andere Erinnerungen, als wenn alles perfekt geklappt hätte…
      Grüßle!

  • Jasmin says:

    Liebe Anne,
    ich finde es so toll, dass ich jetzt ein bisschen über deine Hochzeit erfahren habe 🙂 Supi, dann hast du ja auch im Ausland geheiratet 😀 Ich entdecke Gemeinsamkeiten 😉
    Oh, mach dir nichts draus, ich finde es viel cooler, wenn man eine tolle Geschichte über die Hochzeit erzählen kann, als nur so langweiliges Alltagsblabla 😀
    Ich muss deinen Artikel später bei facebook teilen. Habe ja schon neulich einen geteilt von dir, aber ich glaube, wir folgen uns da ja gar nicht 😀 Irgendwie war es auf jeden Fall seltsam…
    Also ich war komplett falsch gekleidet für die Dschungelwanderung auf Maui. Da hatte ich Flip Flops und kurze Hosen und Tanktop an. Tja… das war eine Erfahrung, ich sags dir 😀
    Am nächsten Tag erst mal total verstochen von Moskitos und wandern kann man mit Flip Flops auch nicht… ich bin irgendwann mit nackten Füßen durch Schlamm und Wasser gewatschelt, wie so eine Ente 😀
    Liebe Grüße
    Jasmin

    • Anne says:

      Hallo Jasmin,
      ich entdecke sogar noch mehr Gemeinsamkeiten: So was Ähnliches wie du auf Maui hab ich in Australien erlebt, als ich „nur ganz kurz“ zu einem Aussichtspunkt hochwandern sollte = wollte. Auch mit FlipFlops, aua!Und was für ein Sonnenbrand!
      Danke fürs Teilen – mal wieder! <3 Ich folg dir jetzt auf FB, stimmt, komisch, da hatte ich bisher noch gar net drangedacht...
      Liebe Grüße, Anne

  • Julia says:

    Tolle Geschichte! 🙂 Schon allein wegen dieser Umstände werdet ihr den Tag wohl nie vergessen. Und die blauen Nikes zum Hochzeitskleid sind auch einfach mal was anderes… 😉

    • Anne says:

      Jetzt find ich sie auch echt ziemlich lustig, aber damals… Jetzt hab ich halt Hochzeitssandalen rumstehen, die ich bestimmt nie wegwerfen werde, aber vielleicht auch nie mehr trage 😉

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