Vina del Mar, Chile – mehr als nur die kleine Schwester von Valparaíso!

12.
März
2016

5 Kommentare

„Du musst hier raus!“ „Nein, hier ist nicht der Busbahnhof! Ich steige hier nicht aus!“ „Doch, du musst hier raus!“ „Nein! Ich steige am Busbahnhof aus!“ ZACK – mein Gepäck landete auf der Straße. „Ich will hier nicht aussteigen!“ „Ich will aber, dass du aussteigst!“ Zack – ich wurde am Arm gepackt und landete ebenfalls auf der Straße.

So kam ich in Vina del Mar an.

Nein, ich hab auf dieser Busfahrt nichts verbrochen oder mich schlecht benommen. Und ich weiß bis heute nicht, warum der Busfahrer mich irgendwo im Nirgendwo rauswarf.

Mein Weg führte mich nach Vina, weil Alonso mir das Hostel Little Castle seines Freundes Pato empfohlen hatte – zum Glück! Ich sammelte also mein Gepäck auf, kroch frustriert zur nächsten Telefonzelle und rief Pato an. (Jupp, ich war ohne Handy unterwegs! Smartphones gab es damals auch noch gar nicht!) Kurz darauf holte er mich ab, mein Retter in der Not. Gemeinsam schrieben wir übrigens drei Beschwerdebriefe an die Busgesellschaft.

Vina del Mar

Vina entschädigte mich sofort für meine Mühen. Es liegt am Meer. Das Städtchen ist zuckersüß und ruhig. Erinnert ihr euch an die Gefahren, vor denen Johanna gewarnt wurde? In Vina, wurde mir versichert, sei es deutlich ungefährlicher. (Wie Johanna überlebte ich aber auch Valparaíso!)

In & um Vina

Vina del Mar liegt, haha, wie der Name vermuten lässt, am Meer. Ich verbrachte ganze Tage mit Strandspaziergängen, kilometerweise, bis rüber in den Nachbarort Renaca. Schaute Surfern zu und ließ die Seele baumeln. Es war wunderbar ruhig, teilweise einsam. Genuss pur!

Außerdem streifte ich durch die kleinen Straßen in Vina, hey, immerhin ist es Chile! Es gibt also auch so jede Menge zu sehen, viele bunte Farben prägen das Stadtbild. Es war grad Avocado-Saison und ich konnte nicht genug Avocados futtern 🙂

Valparaiso und Olmue

Trotz allem wagte ich mich sogar weiter hinaus: Ich fuhr mit dem Zug und dem Bus nach Olmué, ein kleines Dörfchen im Hinterland. Spazierengehen, kleine süße Shops bestaunen, einen Pisco Sour genießen, mich zum Essen einladen, ausführlich schreiben – und wieder zurück. Herrlich!

Bei Pablo Neruda zuhause

Das Highlight meiner Woche dort war allerdings mein Besuch im Pablo-Neruda-Haus. Langsam kennt ihr mich ein bisschen, es dürfte euch also nicht wundern, dass Pablo Neruda einer meiner Helden ist. Diesen chilenische Schriftsteller, ich verehre ihn wie Samantha aus Sex and the City Hugh Hefner verehrt.

Sein Haus ist ein absolutes Kleinod. Die Führung warf mich komplett in eine andere Welt und ich beschloss, zu häkeln, denn die gehäkelten Vorhänge in Nerudas Schlafzimmer beeindruckten mich nachhaltig. (Leider habe ich zwei linke Häkel-Hände, meine Fenster sind immer noch nackt.)

Untitled design(13)

Naja, ihr interessiert euch jetzt bestimmt nicht für Vorhänge… Das Haus von Pablo Neruda liegt in Isla Negra und man muss von Valparaíso aus einen Bus nehmen, der ca. eine Stunde braucht. Ich bin damals mit Pullmann gefahren und war positiv überrascht, vor allem nach meinem Ankunfts-Debakel. Ins Haus selbst darf man nur mit einer Führung, weshalb ich ne ganze Weile dort warten musste. Aber ich hatte Seifenblasen dabei und die Zeit verging schnell, vor allem mit diesem gigantischen Blick auf den Ozean…

Welche Erfahrungen habt ihr in Chile gemacht? Oder habt ihr nun Lust, dorthin zu reisen? Dann grüßt bitte Pablo Neruda von mir, seinem ewigen Fan!

Tipps für zukünftige Reisen bitte in die Kommentare!

Und auch eure Meinung: Hat euch dieser Artikel gefallen? Ihr dürft gerne ehrlich sein, so lange ihr dabei nett bleibt 😉

2010-10-29 20.29.21

 

Wenn Dir mein Text gefallen hat, teile ihn! Ein ganz liebes Danke und einen dicken Knuddler <3
Stichwörter: , , , , ,

Kategorien:

5 Kommentare

  • Johanna says:

    Hallo Anne,
    ich finde Pablo Neruda und seine Häuser auch toll! Leider war ich nicht in dem Haus in Isla Negra, dafür aber in dem Haus „La Chascona“ in Santiago de Chile.
    Ich habe aber von vielen gehört, dass das Haus in Isla Negra das schönste sein soll. 🙂 Beim Nächsten Chile-Besuch muss ich also auch unbedingt da hin. 😀
    LG Johanna

    • Anne says:

      Hallo Johanna,
      na, wie läuft dein Sonntag in Madrid bisher?
      Bei dem Haus in Santiago war ich auch, allerdings spät Abends und nach ein paar Pisco Sour 😉 Bei dem Haus an der Isla Negra war halt das ganze Drumherum auch umwerfend: Direkter Blick auf das tosende Meer! Ich wär sofort eingezogen! Beim nächsten Chile-Besuch würd ich auch nochmal hin. Und auf die Osterinsel – da hast du mich mit deinem exotischen Ausflug erst draufgebracht! Warst du schon dort?
      Grüßle! Anne

  • Jasmin says:

    Liebe Anne,
    in Chile war ich nisher noch nicht, aber mit deinen Fotos machst du mir wirklich große Lust darauf 🙂
    Die Geschichte mit dem Busfahrer ist ja wirklich übel! Ich hätte mich an deiner Stelle auch beschwert.
    Hach, deine Fotos sind so schön… ich bekomme richtig Fernweh 🙂
    Liebe Grüße und einen guten Start in den Dienstag, liebe Anne
    Jasmin

    • Anne says:

      Haaach,
      das sagst du der Fernwehkönigin! Diese Bilder liebe ich auch, das war so eine ruhige, unaufgeregte und stressfreie Zeit dort… Dieser dämliche Busfahrer. Wenn ich kein Spanisch gekonnt hätte, wäre ich glaube ich vor Verzweiflung gestorben.
      Dir noch einen schönen Abend, ich hoffe, du hattest einen schönen Dienstag 😉
      Anne

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.