Why true wanderlust never dies

19.
März
2016

7 Kommentare

— Dieser Beitrag ist zwar schon ein bisschen älter, beantwortet aber genau die Frage, die Jessica von Yummy Travel in ihrer Blogparade stellt: Warum in die Ferne schweifen?

 

Leute, ich schwöre: Als das Flugzeug, das  mich am 01.07.2014 nach zwei thailändischen Jahren wieder zurück nach Deutschland brachte, in Frankfurt landete, war ich mir sicher NIE mehr eine Fernreise anzutreten. NIE mehr „weiter weg“ zu wollen, warum denn auch? Schließlich war ich an einem Punkt, an dem ich sagen konnte: Ich hab alles gesehen.

Bevor ihr mich für diese unglaublich arrogant klingende Aussage steinigt, lasst mich erklären: Ich bin bis zu diesem Zeitpunkt mehrere Monate in Südamerika gewesen, hatte mir in NY die Füße platt gelaufen, in Australien im Great Barrier Reef das Tauchen gelernt (und festgestellt, dass Tauchen nix für mich ist), habe zwei Jahre in Chiang Mai gelebt, in Hong Kong geheiratet und einen großen Teil von Südostasien und Asien bereist. Der burmesische Tempel neben meinem Haus war mir zu diesem Zeitpunkt vertrauter als die Kirche, in der ich meine Erstkommunion empfangen habe.

Die Ziele, von denen ich immer geträumt hatte, damals, die mich angetrieben haben, neben dem Studium ungefähr 80 Jobs zu haben (denn ich habe sämtliche Reisen immer komplett aus eigener Tasche bezahlt), diese Ziele hatte ich längst besucht.

Zu diesem Zeitpunkt am Frankfurter Flughafen hatte ich so viel Fremde in mir, dass ich das Gefühl hatte: Jetzt ist es Zeit für zuhause.

Wer weiß, vielleicht wäre es sonst so weit gekommen, dass ich keine Heimat mehr gehabt hätte? Denn Heimat sind nicht nur die Menschen, Heimat ist auch da, wo man die Straßen nicht nur kennt, sondern wo man auch in ihnen gelebt hat. Wo man genau weiß, warum jetzt an der Kirche die Glocken klingen und warum nicht. Denn so sehr ich den burmesischen Tempel liebte und so oft ich dort Gast war – ich blieb Gast und wäre es auch für immer geblieben. Nie hätte ich die Rituale und Sitten komplett verstanden.

Ich wollte das nicht, wollte nicht fremd bleiben. Zeit für zuhause also.

why true

Dabei habe ich zwei Dinge ignoriert: Chiang Mai ist mir während dieser zwei Jahre sehr ans Herz gewachsen, ja vielleicht sogar ein kleines Stück Heimat geworden. Die Momente, in denen ich dachte: Ach, wäre ich jetzt in CM; dann würde ich jetzt… Oder: Ach, in diesem Café da… Oder: Normalerweise würden wir heute zum Basketball gehen und dann in die Cantina essen…

Ich fing an, Chiang Mai zu vermissen. Und mit diesem Vermissen kam einher, dass meine Neugier und meine Lust auf das Fremde wieder so groß wurden. Nun schrie die Stimme in meinem Kopf auch des öfteren: Das kennst du doch alles! Ist doch langweilig! Klar machte ich Tagesausflüge, wenn es denn möglich war und Zeit und Wetter mitspielten. Doch irgendwie wurde meine Neugier immer größer.

Ich fing also an, verschiedene mögliche Reiseziele durchzugehen. Die Mongolei? Mit der Transsib und nem Abschluss in China? Äthiopien? Nochmal nach Bolivien oder Chile? Myanmar?

Das Heimweh und die Vernunft setzten sich durch und entschieden, dass es nach Chiang Mai gehen soll. Nun sind diese paar Wochen in Chiang Mai für mich gleichermaßen vertraut und fremd. Schließlich ändert sich in Thailand alles viel schneller, das Leben ist viel unsteter als in Europa. Das Klima bin ich nicht mehr gewöhnt und ich freue mich soooo sehr auf die frischen Mangos! Darauf, wieder mit dem Moped durch die Gegend zu düsen, auch wenn mir das gleichzeitig wieder ein bisschen Angst macht, denn die Leute fahren einfach wie die Henker.

Wenn ich am 17. April wieder in Frankfurt lande, werde ich garantiert nicht behaupten, dass ich nie mehr in ein Flugzeug steigen werde. Neuerdings ertappe ich mich sogar bei dem Gedanken, dass Australien doch auch was hatte…? (wird schnell beiseite geschoben!)

Meine Neugier und meine Lust, zu entdecken, die mein Fernweh auszumachen scheinen, lassen sich einfach nicht totkriegen.

Mehr Reisen beruhigen es nicht, sondern sorgen nur für so schöne Erinnerungen, dass ich da gerne noch einmal hingehen möchte…

Wie ist das bei dir? Wirst du auch (immer noch) von Fernweh getrieben oder ist es dir gelungen, es zu besiegen? Dann verrate mir bitte dein Geheimrezept 😉 Oder gibt es noch Orte, die du unbedingt einmal besuchen möchtest? Oder hast du, gar wie ich, in der Fremde eine zweite Heimat gefunden?

Wenn Dir mein Text gefallen hat, teile ihn! Ein ganz liebes Danke und einen dicken Knuddler <3
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7 Kommentare

  • Johanna says:

    Hallo Anne,
    ich wünsche dir eine tolle Zeit in Chiang Mai. 🙂
    Ich leide auch unter chronischem Fernweh. Es gibt viele Orte auf der Welt, die ich gerne besuchen würde und auch viele, an die ich nochmal zurück möchte. 😀
    LG Johanna

  • Urs says:

    Hallo Liebe Anne aka Wasabi 😉
    Deine Gefühle verstehe ich nur zu gut. Ich sage dann immer, dass in deiner Brust 2 Herzen Schlagen. Das ist auch bei mir so. Wir Wohnen in der Schweiz, meine Frau kommt aus den Philippinen. Seit ich Sie kenne bin ich Fernwehtechnisch eher dort Angesiedelt. So „müssen“ wir unter dem Jahr in der Schwez Arbeiten, aber immer mit gaaaanz viel Fernweh in der Brust. Es zieht uns immer wieder in die Phils, und mittlerweile haben wir dort auch schon Gebaut. Aber solange die Kids noch Schulpflichtig sind….
    Und du hast Recht – die Leute fahren auch in den Phils wie die Henker. Aber genau solche Sachen sind das Salz in der Suppe.
    Gruss aus der Schweiz, Urs

    • Anne says:

      Hallo Urs,
      auf den Phillipinen ist es ja auch nochmal komplett anders als hier… Geordnetes Chaos in Asien 🙂 Da ist der Straßenverkehr ein ganz anderes Erlebnis als bei uns!
      Ist ja toll, dort sogar ein eigenes Haus zu haben! Du Glückspilz!
      Liebe Grüße an diesem Kalten Maifeiertag,
      Anne

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