Zero Waste – unser Versuch, ein Fazit

21.
März
2019

4 Kommentare

Seit 2016 leben wir jetzt zero waste. Besser gesagt: Wir versuchen uns an zero waste.

Wir vermeiden Müll, so gut es geht. Wir konsumieren kritisch(er). Wir kaufen nur das, was wir tatsächlich brauchen. Im Idealfall ohne Verpackung, ohne Plastik.

So weit die Theorie. Und in der Praxis?

Unser Einkaufsverhalten

Ich hab ja schon hier beschrieben, wie wir uns anpassen mussten. Wie sich bestimmt alle anpassen müssen, die auf Plastik verzichten wollen.

Thea von Adventures of a municorn hat mir dann noch den Tipp mit dem türkischen Supermarkt gegeben. Danke nochmal, Thea, der war super! Dort gibt es nämlich tatsächlich Tomaten- und Paprikamark im Glas, Datteln unverpackt, Schafskäse an der Theke unverpackt.

Außerdem sind wir dazu übergegangen, die Wochenmärkte unsicher zu machen. Dort bekommt man auch Käse, Antipasti, Rosinen, Trockenfrüchte noch unverpackt. Und alle Verkäufer sind begeistert, wenn ich meine Boxen auspacke 🙂 Zum Glück kennt man sich nach ein paar Wochen, sodass man irgendwann alle Stände und Verkäufer durch hat und nichts mehr erklären muss.

Mittlerweile akzeptieren auch manche Supermärkte Boxen an der Theke, juhu! ENDLICH!

Irgendwann begann ich, nur noch regionales und saisonales Gemüse zu kaufen. Es gibt hier in der Umgebung tolle Bauernhöfe!

Dadurch hat sich unsere Rezeptesammlung geändert und wurde noch gemüselastiger. Ich schwöre auf die Rezepte von Anna Jones!

Teilzeit-Veganer

Vor zwei Jahren war ich noch erklärter Anti-Veganer. Weil man doch die Nährstoffe braucht!

Milch liefert Calcium, dunkles Fleisch Eisen und was weiß ich. Das denke ich immer noch. Gerade meinem Eisbärchen möchte ich auch nichts vorenthalten.

Dennoch geht unsere Küche immer mehr Richtung vegan. Ist aber nur eine logische Entwicklung des regional-saisonal-Ansatzes, wie ich finde.

Naja, und seit ich gelesen habe, dass wir Milch trinken, weil die Kühe immer schwanger sind, schütte ich Hafermilch in meinen Kaffee.

Unter der Woche essen wir immer vegetarisch, manchmal vegan. Ein- bis zweimal in der Woche gibt es etwas Fleisch oder Fisch dazu. Momentan bin ich so ganz zufrieden…

Shoppen gehen

Meine größte Schwäche: Frankreich. Dazu gehört: Französische Mode. Dort kann man einfach ganz anders shoppen!

Mein letzter Shopping-Exzess war 2017 in Frankreich, seitdem hab ich nur noch gebraucht gekauft – Schwangerschafts- und Stillmode.

Übrigens, 2017 hab ich soooo viel Upcycling betrieben. (Seitdem bin ich kaum zum Nähen gekommen, deshalb.)

Aus alten Bettlaken machte ich Röcke, Tops, Taschen, Ethno-Shirts… Das meiste hab ich verschenkt. Weil die Geschenke so persönlich waren, haben sich alle Beschenkte tierisch gefreut.

Tops und Taschen hab ich oft bedruckt. Ein Rock hat einen Dschungel-Print bekommen, gesammelte Blätter, Stofffarbe und gefühlte 200 Arbeitsstunden machten es möglich.

Plastikfreies Baby

Auch das hat klappt weiterhin super, auch mit Baby #2.

Das Baby muss ja nicht auf die Fashion Week und das Kind kleidet sich selbst an. Das sieht so abenteuerlich aus und sorgt oft für Lacher hier im Haus.

Wir verzichteten außerdem nach wie vor auf Babyschrott wie „Babylöffel“. Das sind Löffel aus Plastik für den ersten Brei. Wozu man das braucht, konnte mir bislang niemand erklären.

Feuchttücher wanderten auch nie in den Einkaufskorb und die letzte Windel haben wir auf einer langen Autofahrt mit dem Eisbärchen benutzt – als es noch ein Baby war.

Little waste statt zero waste

Trotz aller guten Vorsätze sind wir kein zero waste-Haushalt, dessen Müll eines Monats in ein kleines Marmeladenglas passt. Stattdessen sind wir little waste, was großartig funktioniert.

Essenspläne sind weiterhin mein persönlicher Favorit, um Lebensmittelwegwerfen zu vermeiden. Haben wir doch mal Reste, zauber ich daraus noch was. (Eigentlich ein ganz eigener Post wert.)

Meine Secondhand-Liebe ging von gebrauchter Kinderkleidung auf gebrauchte Damen-Kleidung über: Ich LIEBE es, auf den Plattformen und Flohmärkten zu stöbern und konnte gerade bei den Mama-Klamotten solche Schnäppchen schießen.

 

 

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4 Kommentare

  • Ivi says:

    Liebe Anne, ein toller Beitrag. Was, die Milch haben wir nur, weil die Kühe schwanger sind. Logisch eigentlich, aber arg….Ich bin auch inzwischen komplett auf Soya-, Mandeln- und Hafermilch umgestiegen. Das mit Fleisch, hmm mit Iwan und Fabienne funktioniert leider vegan und vegetarisch nicht, die stehen zu sehr auf Fleisch….Das mit den Plastiklöffeln bei Babys hatte ich mich auf gefragt und ich kam zu der Erklärung, damit sie sich nicht verbrennen. Das normale Besteck wird schnell zu heiß bei warmen Essen, Plastik hingegen nur warm. Das mit dem Müll beschäftigt mich auch sehr und ich frage mich, wie wir das reduzieren können, komme aber noch zu keiner Lösung. Mit 2 Erwachsenen, einem Kleinkind und 2 Hunden sammelt sich unter der Woche schon enorm viel Müll an und mich plagt ein schlechtes Gewissen. Ich mach deine Posts dieser Art, gerne mehr davon! 🙂 xoxo Ivi

    • Anne says:

      Liebe Ivi, das ist die erste vernünftige Löffel-Erklärung, die ich höre! Aber muss das Essen nicht sowieso so weit runter kühlen, dass der Löffel eigentlich egal ist? Phhhh, wir haben ja auch immer noch Müll. Geht trotz aller Bemühungen nicht ohne 🙁 <3 anne

  • Jo says:

    Hi Anne,
    das ist wirklich interessant, was ihr alles macht, um den Müll zu reduzieren etc. Ich halte das zwar nicht ganz so konsequent wie du, achte aber auch beim Kaufen von Gemüse und so darauf, dass es nicht verpackt ist. Bei dem Metzger im Supermarkt kann man auch seine eigenen Dosen mitbringen. Wenn ich das nicht vergesse, mache ich das auch. Was mir übrigens auch sehr wichtig ist, ist der Kauf von recyceltem Papier, gerade bei Toilettenpapier oder Küchenpapier etc. Auch bei Verpackungen sollte man darauf achten, finde ich. Denn selbst wenn eine Verpackung plastikfrei ist, weil sie aus Papier ist, heißt das noch lange nicht, dass sie umweltfreundlich ist. 🙂
    LG Johanna

    • Anne says:

      hey johanna! hast voll recht – es gibt ja auch zb recycelte plastikverpackungen, die unter umständen besser sein können als ne papierverpackung. grüßle!

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