Mom Bashing for real – mit diesen Sätzen kannst du es rocken!

16.
Juni
2019

2 Kommentare

Mom Bashing, schon mal davon gehört? Eng verwandt mit dem Battle Rap, denn die eine Mama macht die andere Mama fertig.

Nur nicht offiziell, womit wir also weit weg vom Battle Rap wären. Offiziell ist man „gut befreundet“ und sagt, „was man denkt“. Im Klartext: Hin und wieder lässte Sätze fallen, die unglaublich fies, beleidigend und gemein sind. Aber, hey, unter Mamas ist das halt so…

Frag mich jetzt nicht, warum man das macht. Die Spielregeln kenn ich auch nicht. Aber ein paar Sätze, die mir im Laufe meiner Mama-Zeit immer wieder zu Ohren kommen und mit denen du garantiert mitspielen kannst.

#1: Bei mir ist das nicht so./ Ich mach das anders.

Anwendbar auf jede Situation. JEDE. DER Klassiker und das Totschlagargument.

Das Kind der anderen Mama brüllt, wenn es vom Spielplatz nach Hause geht? Stell dich lässig daneben, lege einen mitleidigen Blick auf und sag: „Bei mir ist das nie so.“

Das Baby der anderen Mama isst keinEN Brei/ isst nur Brei/ stillt nur? Du weißt es besser. Sag also in herablassendem Ton: „Ich mach das anders.“

#2: Mein Kind macht das nie.

Gefolgt von einem: Also, ich kann dir da ja auch keinen Rat geben. Das muss daran liegen, dass du dein Kind verwöhnst.

So schlägst du zwei Fliegen mit einer Klappe: Zeigst, wie toll dein Kind ist, das NIE, aber auch wirklich NIE meckert. Und natürlich liegt das daran, weil du die bessere Mama bist.

#3: Was, du stillst noch? / Was, du stillst nicht mehr? / Was, du stillst nicht?

Denn, Fakt ist: Egal wie du es machst, machst du es falsch.

Stillst du dein Kind nicht, bist du sowieso der letzte Abschaum, denn wie sagt die andere Mama so schön: „Ich tue eben alles für mein Kind. Und stillen ist sooo wichtig fürs Immunsystem.“

Stillst du dein Kind, dann stillst du es zu oft, zu lang, zu kurz – wie auch immer, du machst alles falsch.

Beliebt auch: „Wie, du stillst nach Bedarf?“ oder sein Pendant: „Wie bitte, du stillst nach einem Rhythmus?“

Subtext bei allem: Wie kannst du das nur deinem Kind antun?

#4: Ach, du gehst wieder arbeiten?

Und lässt dein Kind im Stich??? Guck da mal bei Ivi rein, die kennt das nämlich ganz gut.

#5: Waaaas, dein Kind muss jetzt schon in die Krippe? / Was, dein Kind geht immer noch nicht in die Kita?

Auch hier: Wie man’s macht, macht man’s falsch.

Das beste „Argument“ für „immer noch nicht Kita“ ist übrigens: „Dann lernt es ja nie den Umgang mit anderen Kindern.“

Äh, genau. Wenn das Kind nicht mit eins in die Krippe geht, lernt es nie den Umgang mit anderen Kindern.

Wenn du auf diesen Spruch reagieren musst, reiß doch einfach entsetzt die Augen auf und sag: „Oh nein, mein Kind wird asozial?!?“

Oder anders rum, so bringst du diese beiden Sprüche am besten:

Erwecke den Anschein von Interesse an der anderen Mama, versuch, sie über ihr gesamtes Leben auszuquetschen, erfrage jedes noch so intime Detail der Geburt (egal, wenn du keine Antworten bekommst, dann bohr einfach weiter) und sobald du in Erfahrung gebracht hast, ob sie ein Kita- oder Nicht-Kita-Kind hat, lege 100% Empörung in deine Frage und schau sie entgeistert an.

#6: Was, dein Kind schläft durch?

„… Dabei ist Schlaftraining doch so grausam! Und das Ferbern erst recht und ach, wie kannst du nur? Es dauert im Durchschnitt 6 Jahre, bis ein Kind durchschläft, das ist nämlich völlig natürlich, nicht zu schlafen…“

Nicht so subtiler Subtext = Du bist die schlechteste Mutter der Welt, denn dein Kind schläft gut.

(Übrigens dazu hab ich sogar mal nen Kommentar hier auf dem Blog bekommen, echt zum Totlachen!)

#7: Was, dein Kind schläft immer noch nicht durch?!

Dazu einen mitleidigen Blick, ein trauriger Tonfall und dann sofort Ratschläge abfeuern und prahlen: „Mein Kind schläft durch, aber ich habe auch ein schönes Abendritual / gebe ihm abends eine Flasche Milch /Grießbrei…“

Eigentlich gehören #6 und #7 auch zusammen, genau wie das Krippenzeugs, aber beim Schlafen geht es quasi um Mord und Totschlag. Deshalb gibt es jetzt dazu noch einen Punkt:

#8: Was, dein Kind schläft schon in seinem eigenen Zimmer? / Was, dein Kind schläft immer noch bei dir?

Hier gibt es auch nur genau zwei Möglichkeiten: Schläft dein Kind in seinem eigenen Zimmer, bist du eine herzlose Rabenmutter. Schläft dein Kind bei euch im Familienbett, bist du eine Glucke, die das Kind verwöhnt.

Wen interessiert’s?

Ich könnte ewig weiter machen, sogar ne Mom Bashing Sonderausgabe zum Thema windelfrei schreiben. Oder zum Thema impfen – Mom Bashing endet nie.

Schade, oder? Warum machen sich Mütter denn unter dem Deckmantel der Freundschaft so gern das Leben schwer?

Wenn dieses Spiel begonnen wird, setze ich diese Exit-Strategien ein:

1 Lachen – funktioniert immer. Herzhaft die Mama, bei der alles sooooo viel besser läuft, auslachen. Dann kann sie auf dem ganzen Spielplatz verbreiten, dass dein Kind genau so schlimm ist wie du und dass du außerdem beratungsresistent bist.

2 Ironie – dafür sind die meisten aber zu doof. Mom Bashing erfordert keinen hohen IQ.

3 Einfach. nicht. mitspielen. Heißt: Ich gebe niemandem Futter, tratsche nicht mit fremden Weibern, erzähle nicht jeder dahergelaufenen Nase mein Privatleben oder Intimes aus dem Leben meiner Babies.

Ganz ehrlich, stattdessen: Spread love!

Ich überlass es jetzt mal eurer Phantasie, was schon zu mir gesagt wurde oder über mich und  was mir entgeisterte Freundinnen berichten.

Wie siehts bei dir aus, bist du eher der Profi-Disser oder der Spielplatz-Schreck, dessen Kinder genau so schlimm sind wie die Mutter?

Und, fast noch wichtiger: Welche Sprüche hast du? Her damit! 

 

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2 Kommentare

  • Johanna says:

    Hi Anne,
    ich kann da zwar nicht mitreden, aber ich habe mir jetzt auch Freundlichkeit als Strategie im Leben vorgenommen. 😉 Ich hab in England einige freundliche Menschen getroffen, die mich wahnsinnig fasziniert haben. Ich denke, diese Menschen ersparen sich viel Stress und kommen trotzdem zum Ziel. Das will ich jetzt auch versuchen. 🙂
    LG Johanna

  • Ivi says:

    Oh liebe Anne, was für ein wundervoller Beitrag! Ich musste mir diese Woche von einer Arbeitskollegin anhören, dass meine Kinder einen Psychologen brauchen werden, weil ich gleich nach dem Mutterschutz wieder arbeiten bin! Was die Leute sich erlauben ist echt arg! Ich bin nach meinem Teilzeitjob zu 100% meinem Kind gewidmet, aber die Leute verurteilen einen schnell. Xoxo und vielen Dank für die Verlinkung. 🙂

    http://www.naomella.com

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