Reisen in Laos: Wie & Warum

20.
Oktober
2015

1 Kommentar

Laos. Wohl eher ein unbekanntes, kleines Land in Südostasien. Besonders im Vergleich zum „großen“ Nachbarn Thailand.

P1040488Unsere erste Begegnung hatten wir dennoch genau dort, in Thailand, auf Kho Chang. Dort machten wir nämlich die Bekanntschaft von Alex. Alex trug ein seltsam anmutendes Shirt: Darauf waren Menschen mit Beinprothesen zu sehen. Dieses Shirt kam aus Laos. Was bei uns in der westlichen Welt überhaupt nicht auf dem Radar auftaucht, ist dort heute immer noch von zentraler Bedeutung: Laos war das kleine Drittland, das unter dem Vietnamkrieg leiden musste. Dort versenkten die Amerikaner nämlich jede Menge Landminen und Bomben (sorry, bin in diesen militärischen Begriffen nicht so bewandert),obwohl Laos offiziell neutral war. Schon während des Vietnamkrieges wurden Zivilisten getötet. Dies setzt sich bis heute fort, da immer noch solche Minen in der Landschaft rumliegen.

Mein Interesse für Laos war geweckt, ein paar Monate später waren wir unterwegs. Leider hatten wir nur 10 Tage Zeit (nicht wundern, wir sind vom thailänischen Norden aus gestartet!).

Wie wir nach Laos gekommen sind

P1040395Von Chiang Mai aus haben wir den Bus nach Chiang Khong genommen. Tickets kann man sich direkt am Busbahnhof in CM besorgen. Nicht wundern, es gibt am Busbahnhof zwei Gebäude, das alte und das neue. Einfach in beiden umschauen, wo es die entsprechenden Tickets gibt. Der Ticketkauf ist verbunden mit einer Platzwahl, also keine freie Auswahl. Je nach Buslinie gibt es außerdem so etwas wie eine erste und zweite Klasse. Die erste Klasse ist nur minimal teurer und zeichnet sich durch bequemere Sitze und mehr Beinfreiheit aus.

Aber: Wenn ihr euch für ein Ticket zweiter Klasse entscheidet, müsst ihr auch zweiter Klasse fahren. Auch wenn die Plätze in der ersten Klasse nicht besetzt sind – ohne entsprechendes Ticket kann man sie nicht belegen! Wer sich einfach umsetzt, handelt sich nur Ärger mit der Stewardess ein. Und nein, mit dieser kann man nicht diskutieren. Ein absolutes kulturelles NO-GO, nebenbei gesprochen (Wer diskutiert, blamiert seinen asiatischen Gesprächspartner, da Schwächen, wie z.B. mangelnde Englischkenntnisse offenbart werden).

In Chiang Khong steigt man aus und nimmt für den kurzen Weg zum Mekong runter ein Tuktuk oder ein Songtheo. Am Fluss angekommen, muss man zuerst einmal aus Thailand ausreisen. Um dann das Boot über den Mekong zu nehmen, in Laos anzukommen und dort einzureisen, versteht sich. Die Einreise nach Laos dauert ganz schön lange und erfordert einiges an Papierkram. Zwei Passfotos werden hierfür benötigt.

Nach der Einreise

Die Stadt, in der man ankommt, heißt Huay Xai. Wer möchte, kann dort noch einen Tag zum Entspannen dranhängen. Für uns ging es nach der verzweifelten Suche nach einem Mittagessen jedoch direkt weiter, mit dem Minivan nach Luang Namtha.

Buchen muss man vorher gar nix, alles geht sehr spontan. Man darf sich also auch nicht über Wartezeiten aufregen 🙂P1040350

Luang Namtha erreichten wir am Abend. Eine Unterkunft war problemlos zu finden. Luang Namtha besteht im Grunde genommen aus einer langen, staubigen Straße mit kleinen Abzweigungen. Dort reihen sich Restaurants, Cafés und Hotels aneinander.

Warum Luang Namtha?

Entspannend. Ruhig. Natur. Chillen. Nette Unterkunft. Erste Einblicke in die laotische Küche.

P1040358Wir entschieden uns für eine Kajakfahrt auf dem Luang Namtha River, verbunden mit dem Besuch eines einheimischen Dorfes. Die Landschaft war durchaus faszinierend, auch wenn immer wieder stinkende Gummibäume dort wuchsen. Aber ich schwöre, das war die letzte Kajakfahrt in meinem Leben! Ich bin einfach zu unbegabt 🙂 Je nach der Zeit, die man zur Verfügung hat, kann man den einheimischen Markt besuchen, sich ein Fahrrad mieten, Wanderungen unternehmen…

… und immer wieder essen! Luang Namtha liegt weit weg von einer nächsten größeren Stadt, weshalb Importware rar ist und es tatsächlich nur das zu essen gibt, was die Einheimischen auch essen. Dazu gehören Kürbis, Bambus, Kichererbsen und immer viel Gemüse und Gewürze. Mein Favorit: Kürbissuppe!

 

Nach Luang Prabang

Nachdem wir uns im beschaulichen Luang Namtha so richtig ausgeschlafen hatten, ging es weiter nach Luang Prabang, wieder mit dem Minibus. Hier buchten wir am Tag zuvor.

Die Fahrt war alles andere als lustig: Überall Staub und schrecklich viele Kurven. Nachmittags war ich bei der Ankunft in Luang Prabang also ziemlich erleichtert und glücklich.

Vom „Busbahnhof“ muss man für den kurzen Stück ins Städtchen ein Tuktuk oder Songtheo nehmen. Die laotischen Tuktuks sind größer als die thailändischen, das fand ich witzig 🙂 Mit einigen aus unserem Minibus verhandelten wir mit einem Fahrer über den Preis. Wobei „verhandeln“ bei mir eigentlich nur „nachfragen“ bedeutet. Diese kurzen Wege kosten im europäsichen Vergleich nie viel und dass die Preise an einem „Bahnhof“ höher sind als woanders, ist auch klar. Gleichzeitig denke ich auch immer daran, dass es für uns nie viel Geld ist, selbst wenn man bei einer solchen Fahrt etwas mehr zahlen muss. Der Fahrer jedoch hat damit dann unglaubliches Glück. Wir entschlossen uns also für ein „teures“ Tuktuk, während die anderen weiter verhandeln wollten. Noch so ein kulturelles NO-GO… und glaubt mir, Leute, die Preise sind sowieso abgesprochen. Überall. Und die Fahrer untereinander solidarisch.

Wir entschieden uns für eine UNterkunft in einem dieser klassischen dunklen Holzhäuser. Heißt in der Regel wenig Licht und viele Moskitos. Generell verbringen wir aber immer recht wenig Zeit auf dem Zimmer, von daher war das nicht so wichtig.

In Luang Prabang

Das Aufzählen der klassischen Sehenswürdigkeiten lasse ich an dieser Stelle, kann man in jedem Reiseführer nachlesen. Wir mieteten uns jeden Tag ein Fahrrad und cruisten damit durch die Stadt, den Mekong rauf und runter 🙂 Luang Prabang ist aber so klein, dass man auch einfach zu Fuß gehen könnte.

Kulinarische Highlights

Essen gehen kann man richtig fein. Mein absolutes Lieblingsrestaurant: Das Tamarind. Dort werden auch Kochkurse angeboten, die schnell ausgebucht sind. Wer Lust hat, sofort nach Ankunft buchen. Bei Streetfood bin ich immer noch seeehr vorsichtig und unsicher (Meine Biografie könnte auch lauten: MIt 10 Lebensmittelvergiftungen um die Welt).

Kulturelle Highlights

P1040465Was ich jederzeit wieder machen würde und jedem nur empfehlen kann: OckPopTok besuchen und dort einen oder mehrere Workshops besuchen. Bei OchPopTok – was übersetzt Osten trifft Westen bedeutet – werden traditionelle laotische Textilien hergestellt und verarbeitet. Frauen aus Bergvölkern finden hier eine sichere, gut bezahlte Arbeit und können ihr Wissen über ihr Handwerk weitergeben. Wir entschieden uns für zwei Workshops: Seide einfärben und Weben.

 

Gefärbt wird mit reinen Naturmaterialien (Wer von euch wusste, dass Indigo, die typische Jeansfarbe, eigentlich eine Pflanze ist? In Luang Prabang wächst P1040467sie schon fast wie Unkraut!). Das Weben mit einem großen hölzernen Webstuhl  ist super anstrengend und echt harte körperliche Arbeit. Respekt!

Von OckPopTok brachte ich auch eines meiner schönsten asiatischen Souvenirs mit: Zwei Meter handgefärbter Baumwoll-Indigo-Stoff, aus dem mittlerweile ein wunderschönes Kleid wurde!

Wie es weitergehen (kann)

Wir mussten hier leider die Rückreise antreten – mit Lao Airlines ging es heim nach Chiang Mai. Die meisten anderen Reisenden gehen natürlich noch weiter: Meist zuerst nach Van Vieng oder Vientiane erstmal. Busse dorthin gibt es überall. Beliebt sind außerdem Fahrten über den Mekong – die dauern dann aber meist mehrere Tage. Darüber kann ich nicht berichten, denn auf mehrere Tage Boot hatte ich einfach keine Lust.

Warum Laos?

Entspannte, freundliche Menschen. Was den Tourismus betrifft, deutlich entspannter als die Thais. Noch ein Vorteil gegenüber Thailand: Das Klischee Dicker deutscher Rentner  erlebt mit einer 20jährigen seinen zweiten Frühling gibt es hier nicht. Uns wurde überall mit einer offenen Freundlichkeit und sehr viel Lächeln begegnet. Nicht umsonst ist das wichtigste laotische Wort sabei sabei – „alles super“!

Laos ist außerdem ein sehr billiges Land, für ein kleines Budget mehr als perfekt.

Das musst du bei der Planung deiner Laos-Reise beachten:

  • Passfotos für die Einreise mitnehmen
  • Wo und wie möchtest du einreisen? Direktflüge gibt es nicht, daher bietet sich die Route über den thailändischen Norden an.
  • Nimm Zeit mit. Auch für kurze Strecken braucht man mehr Zeit als woanders.
  • Ansonsten: Geh einfach los! Viel zu beachten gibt es nun wirklich nicht 🙂

 

HINWEIS:

Dieser Artikel erschien bereits am 23.04.2015 auf meinem alten Blog hundertzeiten.de

Stichwörter: , , ,

Kategorien:

1 Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.